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Medizin

Booster mit mRNA-1273 führt nach 4 Wochen zu deutlichem Anstieg von neutralisierenden Antikörpern gegen Omikron

Montag, 20. Dezember 2021

/picture alliance, Frank Rumpenhorst

Cambridge/Massachusetts – Eine 3. Dosis des Impfstoffs mRNA-1273 in der derzeitigen Boosterdosis von 50 µg hat in Labortests nach 4 Wochen den Titer von neutralisierenden Antikörpern gegen Omikron um das 37-fache gesteigert. Bei einer doppelten Boosterdosis wurde sogar ein Anstieg um den Faktor 83 erreicht. Die höhere Dosis hat sich laut dem Hersteller in einer Phase-2/3-Studie als sicher erwiesen.

Das US-National Institute of Allergy and Infectious Diseases (NIAID) hat in den letzten Tagen Labortests zur möglichen Schutzwirkung des Moderna-Impfstoffs mRNA-1273 gegen die neue Variante Omikron von SARS-CoV-2 durchgeführt. In 2 Laboren wurde untersucht, ob die Seren von Geimpften die Omikron-artige Laborviren von der Infektion von Zellen abhalten können. Dies war nach den in der letzten Woche präpublizierten Daten nach einer normalen Impfserie mit 2 Dosierungen nur sehr begrenzt der Fall. Die neutralisierende Wirkung gegen Omikron fiel in den beiden Labors 49-fach beziehungs­weise 84-fach schwächer aus als gegen die Variante D614G, die dem Wildtyp von SARS-CoV-2 weitgehend gleicht. 2 Wochen nach dem Booster mit einer 3. Dosis mRNA-1273 hatte sich die Situation gebessert. Die neutrali­sie­rende Wirkung gegen Omikron fiel jetzt nur noch 6,5-fach und 4,2-fach schwächer aus als gegen D614G.

Jetzt weist der Hersteller in einer Pressemitteilung auf Tests hin, die in den beiden Laboren mit den Seren von jeweils 20 Probanden durchgeführt wurden, deren Boosterung bereits 4 Wochen zurücklag. Die Auffrischungen mit mRNA-1273 waren mit 2 unterschiedlichen Dosierungen durchgeführt worden, einmal in der niedrigeren Dosis von 50 µg, die derzeit auch bei den Boosterungen allgemein verwendet wird. Andere Probanden hatten eine Dosis von 100 µg erhalten, wie sie für die 1. beiden Dosierungen verwendet wird.

Im Vergleich zum Tag der Boosterung war es in beiden Gruppen nach 4 Wochen zu einem deutlichen Anstieg der neutralisierenden Antikörperkonzentrationen gekommen. Unter der normalen Boosterdosis von 50 µg stieg der GMT („geometric mean titer“) auf 850. Er war damit nach Angaben des Herstellers ungefähr 37 Mal höher als vor der Auffrischung. Der Booster mit der 100-µg-Dosis erhöhte die GMT auf 2.228, was ungefähr 83 Mal höher ist als vor der Auffrischung.

Die multivalenten Kandidaten steigerten die Konzentrationen von Omikron-spezifischen neutralisieren­den Antikörpern auf ähnlich hohe Werte sowohl bei den 50-µg- als auch bei den 100-µg-Werten. Die Ergebnisse der Studie sind noch nicht publiziert, auch nicht als Preprint.


Die Sicherheit und Verträglichkeit der höheren Boosterdosis ist Gegenstand einer Phase-2/3-Studie mit 305 Teilnehmern. Nach Angaben des Herstellers wurde die höhere Dosis im Allgemeinen gut vertragen, die Häufigkeit von Nebenwirkungen sei jedoch tendenziell höher.

Auch wenn die Aussagekraft von Laborexperimenten beschränkt ist, scheint eine rechtzeitige Boosterung einen gewissen Schutz vor einer Ansteckung mit Omikron oder zumindest schweren Erkrankungen zu bieten. Ein besserer Schutz könnte von neuen Impfstoffen ausgehen, die an Omikron oder andere Varianten angepasst sind. Bei mRNA-Impfstoffen ist dies innerhalb kurzer Zeit möglich. Moderna hat nach eigener Angabe bereits eine Omikron-spezifische Variante des Impfstoffs (mRNA-1273.529) entwickelt, die ab Anfang 2022 in klinischen Studien getestet werden soll. © rme/aerzteblatt.de

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Avatar #967107
Köfer
am Montag, 20. Dezember 2021, 18:43

Diese Nachricht ist insofern bemerkenswert,

als in einer der Nachrichtensendungen des ORF ein Corona-Forscher darüber berichtet hatte, dass dieses neue Virus (Omikron) die Antikörper austrickse. Man hoffe allerdings, dass die Abwehrzellen nicht versagen.
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