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Medizin

Angeborene Herzfehler: Fetales MRT erkennt häufig weitere Fehlbildungen

Freitag, 21. Januar 2022

/okrasiuk, stock.adobe.com

Wien – Mehr als jeder 2. Fetus, bei dem per Ultraschall ein Herzfehler entdeckt wurde, weist in einer anschließenden Magnetresonanztomografie (MRT) weitere Fehlbildungen auf. Da diese im Ultraschall oft übersehen werden, raten Radiologen im Journal of the American College of Cardiology (2021; DOI: 10.1016/j.jacc.2021.09.1358), die zusätzliche Bildgebung regelmäßig durchzuführen, wenn Herzfehler entdeckt werden.

Fast 1 % aller Kinder werden mit einem Herzfehler geboren. Die Störungen werden häufig im pränatalen Ultraschall entdeckt. Die Überlebenschancen der Kinder haben sich verbessert, weil die notwendige Behandlung bereits vor der Geburt geplant werden kann. Dennoch kommt es häufig zu neurologischen Entwicklungsstörungen der Kinder, die nicht immer auf den Herzfehler zurückzuführen sind.

Es war bekannt, dass viele Kinder weitere Fehlbildungen haben, zumal wenn genetische Störungen vorliegen. An der Medizinischen Universität Wien wird den Müttern bereits seit Juli 2003 eine pränatale MRT angeboten. Die Untersuchung gilt als unbedenklich, da sie (anders als eine Computertomografie) nicht mit einem Strahlenrisiko verbunden ist.

Die jetzt von einer Gruppe um Barbara Ulm von der Uni-Frauenklinik in Wien vorgestellten Ergebnisse zu 429 Feten zeigen, dass bei 243 Feten (56,6 %) weitere Fehlbildungen im MRT vorlagen. Bei 109 Feten (25,4 %) waren dies strukturelle Fehlbildungen des Gehirns. Diese werden nach Erfahrung der Gynäko­login bei Ultraschalluntersuchungen oft übersehen, und sie könnten ein Grund für die häufigen neurolo­gischen Entwicklungsstörungen der Kinder sein.

An 2. Stelle standen mit einem Anteil von 21,2 % extrafetale Veränderungen. Die Definition war aller­dings weit gefasst. Auch Störungen der Fruchtwassermenge wurden dazu gezählt. Es folgten Anomalien im Urogenitalsystem (10,7% ), im Kopf-Hals-Bereich (10 %), in den Atemwegen (6,5 %), im Gastrointesti­naltrakt (7,0 %) und im Bewegungsapparat (8,2 %). In allen Fällen war der Anteil höher, wenn bei den Kindern bereits eine genetische Störung bekannt war.

Bei den Hirnveränderungen handelte es sich überwiegend um Anomalien des Hinterhirns-Mittelhirns (11,0 %), Entwicklungsstörungen des dorsalen Prosencephalons (10,0 %) sowie Veränderungen der Liquorräume. Da diese teilweise im Ultraschall nur schwer zu erkennen sind, rät Ulm zusammen mit den Radiologen der Klinik zum großzügigen Einsatz der Magnetresonanztomografie. © rme/aerzteblatt.de

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