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Medizin

Kein Beleg für den Nutzen adjuvanter Therapien außer Kortikosteroiden bei akuter bakterieller Meningitis

Montag, 24. Januar 2022

Meningitiserreger. /Kateryna_Kon, stock.adobe.com

Queensland – Die bakterielle Meningitis wird in erster Linie mit Antibiotika behandelt. Kortikosteroide sind eine empfohlene Zusatztherapie, die nachweislich die Ergebnisse verbessert. Ein Forschungsteam der Cochrane Acute Respiratory Infections Group hat jetzt untersucht, ob der Einsatz anderer adjuvanter Therapien als Kortikosteroide bei Menschen mit akuter bakterieller Meningitis besser oder schlechter ist als die Standardbehandlung.

„Wir fanden 8 Studien, in denen 5 verschiedene Interventionen untersucht wurden“, berichten die Forscher. 3 Studien (1.274 Teilnehmer) untersuchten Paracetamol bei Kindern mit bakterieller Meningitis. Die Studien wurden von staatlichen Förderorganisationen und Forschungsstiftungen finanziert. Eine Studie wies zusätzlich auf die finanzielle Unterstützung durch eine Tageszeitung hin und eine Studie berichtete über die finanzielle Unterstützung durch ein Pharmaunternehmen.

Eine Studie (15 Teilnehmer) untersuchte Heparin bei Erwachsenen mit bakterieller Meningitis. Die Studie wurde von einer Forschungsstiftung finanziert.

In einer Studie (57 Teilnehmer) wurde Pentoxifyllin bei Kindern mit bakterieller Meningitis untersucht. Die Finanzierungsquellen für diese Studie wurden nicht angegeben.

In einer Studie (30 Teilnehmer) wurde eine Mischung aus Bernsteinsäure, Inosin, Nikotinamid und Riboflavin-Mononukleotid bei Kindern untersucht. Die Finanzierungsquellen für diese Studie wurden nicht angegeben.

„Paracetamol hat möglicherweise einen geringen oder gar keinen Einfluss auf die Sterblichkeit, wobei die absoluten Auswirkungen mit großer Unsicherheit behaftet sind“, berichten die Forscher. Paracetamol habe zudem möglicherweise einen geringen oder gar keinen Einfluss auf allgemeinen Hörverlust, andere neurologische Folgeerscheinungen als Hörverlust und schweren Hörverlust. Paracetamol könne zudem zu etwas mehr kurz- und langfristigen neurologischen Folgeerscheinungen außer Hörverlust führen – was aber ebenfalls nur mit geringer Sicherheit belegt sei.

Die Wirkung von Immunglobulinen, Heparin, Pentoxifyllin und einer Mischung aus Bernsteinsäure, Inosin, Nicotinamid und Riboflavin-Mononukleotid auf die Zahl der Todesfälle ist laut dem Cochrane-Report aufgrund der sehr geringen Sicherheit der Nachweise ungewiss.

„Nur wenige adjuvante Therapien für bakterielle Meningitis wurden in randomisierten kontrollierten Studien getestet. Es gibt keine ausreichenden Belege dafür, ob eine der in dieser Übersichtsarbeit berück­sichtigten adjuvanten Therapien bei akuter bakterieller Meningitis von Nutzen oder nachteilig ist“, zieht die Arbeitsgruppe ein Fazit. © hil/aerzteblatt.de

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