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Transfusions­mediziner wollen bundesweites Monitoring bei Blutspendeaufkommen

Mittwoch, 22. Dezember 2021

/toeytoey, stock.adobe.com

Ulm – In Deutschland zeichnet sich durch den demografischen Wandel ein Mangel an Blutspenden ab. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Transfusionsmedizin und Immunhämatologie (DGTI) hin. Die Fachgesellschaft spricht sich deshalb für ein bundesweites Monitoring aus, um das regionale Spenden­aufkommen und die Verfügbarkeit von Blutprodukten erfassen zu können.

„Der jetzt eintretende demografische Wandel wird absehbar nicht nur zu einem regionalen, sondern auch zu einem deutschlandweiten Mangel an Blutkonserven führen“, warnte der DGTI-Vorsitzende Hubert Schrezenmeier.

Hinzu komme, dass viele Spender aktuell aufgrund der Coronapandemie nicht oder weniger zur Blut­spende kommen, so Schrezenmeier, der auch Ärztlicher Direktor und Medizinischer Geschäftsführer des Instituts für Klinische Transfusionsmedizin und Immungenetik Ulm ist. Im schlimmsten Fall könne dies dazu führen, dass Kliniken nicht mehr genügend Blutkonserven für alle Patienten haben, die auf Trans­fusionen angewiesen sind.

Wie die DGTI betont, sei das Saarland bereits heute auf Importe aus angrenzenden Bundesländern an­gewiesen, da das regionale Spendenaufkommen den Bedarf nicht decken kann. Das Defizit könne sich nach einer aktuellen Studie bis 2030 mehr als verdoppeln.

„Mit 24,1 Prozent ist fast ein Viertel der Bevölkerung über 65 Jahre alt, mehr als in jedem anderen west­deutschen Bundesland“, erklärte Hermann Eichler, Direktor des Instituts für Klinische Hämostaseologie und Transfusionsmedizin der Universität des Saarlandes in Homburg. Im Jahr 2017 seien im Saarland 8.200 Erythrozyten-Konzentrate mehr transfundiert worden als bei Blutspendern in dieser Region ein­gesammelt wurden.

Der Transfusionsmediziner befürchtet, dass bei einem weiteren Anstieg des Defizits Anfragen der Klini­ken von den Blutbanken nicht mehr ausreichend bedient werden könnten. Vergleichbare Daten und Prog­nosen lägen auch aus Mecklenburg-Vorpommern vor. „Wir müssen jetzt regelhaft ermitteln, wie Blutkonserven regional gespendet und benötigt werden“, betonte Schrezenmeier. © aha/EB/aerzteblatt.de

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