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Ärzteschaft

Mehr als 110.000 Patienten mit Post-COVID-Diagnose erfasst

Mittwoch, 22. Dezember 2021

/pitipat, stock.adobe.com

Berlin – Nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 leiden eine ganze Reihe von Patienten oft noch Monate nach der initialen Erkrankung unter gesundheitliche Einschränkungen – teilweise nach milden Krank­heitsverläufen. Das Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hat jetzt erste Daten ausge­wertet.

Demnach ist das ist das sogenannte Post-COVID-Syndrom im ersten Quartal 2021 bei mehr als 110.000 Patienten in Deutschland vertragsärztlich dokumentiert worden (ICD-Code U09.9!). Bezogen auf die bis Ende des Jahres 2020 an COVID-19-Erkrankten entspricht das einem Anteil von etwa sechs Prozent. Die Altersgruppe der 40- bis 65-Jährigen ist dabei am stärksten betroffen.

Mehr als 98 Prozent der Pa­tienten mit einem Post-COVID-Syndrom waren 2020 zudem in vertragsärztli­cher Behandlung. Die Daten weisen dem Zi zufolge darauf hin, dass die dokumentierten Vorerkrankungen bei Patienten mit Post-COVID-Syndrom häufiger vertreten sind als im Durchschnitt der Bevölkerung.

Die häufigsten Vorerkrankungen 2020 betreffen den Daten nach zum einen die großen Volkskrankheiten wie Rückenschmerzen (42 Prozent) und Bluthochdruck (39 Prozent). Zum anderen aber auch Atemwegs­er­­krankungen wie Asthma bronchiale (16 Prozent) sowie Fettstoffwechselstörungen (26 Prozent), Adipo­sitas (19 Prozent) und Diabetes (14 Prozent).

Auch psychische Vorerkrankungen wie Depression (19 Prozent), somatoforme Störungen (19 Prozent) sowie Belastungs- und Anpassungsstörungen (13 Prozent) spielen eine gewichtige Rolle bei den Behand­lungsdiagnosen 2020.

Die genannten Vorerkrankungen sind nach Auswertung des Zi bei Patienten mit Post-COVID-Diagnose im Vergleich zum alters­gewichteten Auftreten bei ambulant behandelten Patienten häufiger anzutreffen. Der Einfluss der Vorerkrankungen auf das Risiko von Post-COVID-19 und deren Bedeutung für die weitere Behandlung müsse nun weiter wissenschaftlich untersucht werden, hieß es.

„Der Eindruck, das Post-COVID-Syndrom betreffe vor allem Personen, die bis zur SARS-CoV-2-Infektion gesund waren, trügt“, sagte der Vorstandsvorsitzende des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versor­gung, Dominik von Stillfried. Vielmehr handele es sich „ganz überwiegend“ um Patienten, die bereits wegen verschiedener meist chronischer Krankheiten in ärztlicher Behandlung seien.

Für von Stillfried ist es folgerichtig, dass die medizinische Versorgung von Post-COVID-Erkrankten in erster Linie bei den Hausärzten liegt. Die spezifische Behandlung dieser Personengruppe sei mit einem hohen Konsultationsbedarf und Koordinationsaufwand verbunden. „Hier besteht ein zusätzlicher und voraussichtlich steigender Versorgungsdruck in Haus- und Facharztpraxen“, erklärte er. © may/EB/aerzteblatt.de

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