Politik
Bundesregierung will neu entwickelte Coronamedikamente aus den USA beschaffen
Donnerstag, 23. Dezember 2021
Berlin – Die Bundesregierung bemüht sich um die rasche Beschaffung des Coronamedikaments Paxlovid, das in den USA bereits im Schnellverfahren zur Behandlung von Erkrankten zugelassen wurde. Das Bundesgesundheitsministerium (BMG) steht nach Angaben eines Sprechers von heute mit Herstellern „in Verhandlung, um Kontingente für Deutschland zu sichern und zeitnah für die Versorgung zur Verfügung zu stellen“.
Dies gelte neben dem Präparat Paxlovid des US-Konzerns Pfizer auch für das Mittel Lagevrio, das vom US-Unternehmen MSD hergestellt wird. Beides sind antivirale Mittel, die das Virus dabei hindern, sich zu reproduzieren. Die Präparate sind in der EU noch nicht zugelassen.
Bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) seien aber bereits „Bewertungsverfahren mit dem Ziel der Zulassung begonnen worden“, sagte ein Sprecher des Bundesgesundheitsministerium der Nachrichtenagentur AFP. Die Mittel sollten in Deutschland nach der Zulassung vor allem für Risikopatienten eingesetzt werden – etwa Patienten über 60 Jahre und Menschen mit Leiden wie Adipositas und Diabetes.
Die US-Arzneimittelbehörde FDA hatte der Coronapille Paxlovid gestern eine Notfallzulassung für Risikopatienten ab zwölf Jahren erteilt. US-Präsident Joe Biden versprach Pfizer staatliche Unterstützung, um die Produktion des Medikaments schnell hochzufahren.
Paxlovid senkt laut Pfizer die Gefahr einer Krankenhauseinweisung oder eines Todes um knapp 90 Prozent. Die FDA hatte dazu erklärt: „Diese Zulassung bringt zu einem mit dem Auftreten neuer Varianten entscheidenden Zeitpunkt in der Pandemie ein neues Werkzeug, um COVID-19 zu bekämpfen.“
Paxlovid kombiniert den neuen Wirkstoff Nirmatrelvir mit dem Medikament Ritonavir, das bereits zur Behandlung von HIV-Patienten eingesetzt wird. Patienten nehmen über einen Zeitraum von fünf Tagen zwei Mal täglich zwei Tabletten Nirmatrelvir und eine Tablette Ritonavir zu sich.
Die US-Regierung hat bereits für einen Preis von 5,3 Milliarden Dollar (knapp 4,7 Milliarden Euro) zehn Millionen Packungen bestellt. Die EU-Arzneimittelbehörde EMA unterstützte in der vergangenen Woche den Einsatz von Paxlovid für Notfälle. © afp/aerzteblatt.de

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