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Zwei Tote und etliche Verletzte bei Böllerexplosionen in Deutschland

Montag, 3. Januar 2022

/picture alliance, Andreas Franke

Berlin – Bei Explosionen von teils illegalen Feuerwerkskörpern hat es in Deutschland um den Jahres­wech­sel zwei Tote und viele Verletzte gegeben. In etlichen Fällen vermutet die Polizei, dass selbstge­baute oder veränderte Feuerwerkskörper zu den schweren Verletzungen führten.

Ein 20-Jähriger in Thüringen starb beim Anzünden eines Böllers, wie die Polizei im Saale-Holzland-Kreis am späten Neujahrsabend mitteilte. Bei der Explosion eines Feuerwerkskörpers in Hennef kam ebenfalls ein Mann ums Leben, ein weiterer wurde lebensgefährlich verletzt. Zwei weitere tödliche Explosionen gab es in den Niederlanden und nahe Wien.

Zum Start von 2022 waren zahlreiche Böller zu hören und Raketen zu sehen, obwohl in Deutschland vor dem Jahreswechsel kein Feuerwerk verkauft werden durfte, um Rettungsdienste und Krankenhäuser in der Pandemie zu entlasten.

Bei dem Todesfall in der Silvesternacht in Thüringen berichtete die Polizei erst am späten Neujahrs­abend über den Fall, weil sie zunächst die Angehörigen des jungen Mannes hatte informieren wollen. Die Kriminalpolizei untersucht, ob es sich bei dem Böller möglicherweise um einen Eigenbau oder einen Import handelte.

Bei dem Fall in Hennef bei Bonn hatten die beiden 37 und 39 Jahre alten Opfer mit einer zehnköpfigen Gruppe Silvester gefeiert. Kurz nach Mitternacht setzten sie sich Zeugenaussagen zufolge etwas von der Gruppe ab. Plötzlich habe es einen sehr lauten Knall gegeben und die beiden hätten schwer verletzt am Boden gelegen.

Bisherigen Erkenntnissen zufolge gehe man davon aus, dass die Männer mit einem selbstgebauten oder veränderten Feuerwerkskörper hantiert hätten, sagte Polizeisprecher. Der 37-Jährige starb trotz Wieder­belebungsversuchen an der Unfallstelle, der 39-Jährige wurde mit lebensgefährlichen Verletzungen in eine Klinik gebracht.

Bei einer privaten Silvesterparty im Osten von Berlin wurden zwölf Menschen durch die Explosion von illegalem Feuerwerk verletzt. Elf von ihnen seien zur Behandlung in Kliniken gebracht werden, so die Feuerwehr. Sie seien teils schwer verletzt, hieß es von der Polizei. Alle seien an den Beinen verletzt worden. Der jüngste Verletzte ist laut Feuerwehr ein elfjähriger Junge, die anderen Jugendliche und Erwachsene.

Im Berliner Unfallkrankenhaus wurden unter anderem fünf „Bölleropfer mit Verbrennungen und Hand­ver­letzungen operativ versorgt“. Zwei Menschen würden behandelt, die sich Körperteile abgesprengt hätten, sagte eine Sprecherin. In Leipzig wurde ein Mann beim Zünden eines vermutlich ebenfalls selbst­gebauten Böllers lebensbedrohlich verletzt.

Bereits am Silvestertag war bei einer Silvesterknallerei ein zwölfjähriger Junge in den Niederlanden ums Leben gekommen. Ein weiterer Junge erlitt unweit von Enschede schwere Verletzungen. Die Kinder hatten nicht selbst mit Feuerwerkskörpern hantiert, sondern zugeschaut, wie ein Mann Magnesiumpulver zur Explosion brachte. Der Mann wurde festgenommen. Südwestlich von Wien kam ein 23-Jähriger Öster­reicher bei der Explosion einer Kugelbombe ums Leben.

Das bundesweite Verkaufsverbot von Feuerwerk führte nach einer ersten Einschätzung des Vereins Deutsche Umwelthilfe an einigen Orten zu einer deutlich geringeren Feinstaubbelastung in der Silvesternacht.

„Es ist ein Erfolg, dass insgesamt die Belastung deutlich gesunken ist. Viele Menschen und Tiere hatten ein ruhigeres und gesünderes Silvester“, sagte Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch. Die Belastung der Luft mit dem potenziell gesundheitsschädlichen Feinstaub sei laut einer ersten Auswertung behördlicher Messdaten um teilweise weit über 90 Prozent zurückgegangen verglichen mit dem letzten Silvester ohne Verbot 2019/2020.

Die Deutsche Umwelthilfe hatte Bundesinnenministerin Nancy Faeser (SPD) zuvor aufgefordert, Silves­ter­feuerwerk für die Zukunft komplett zu verbieten. Der Verein setzt sich gemeinsam mit unter anderem Tierschützern und Ärztevertretern für ein böllerfreies Silvester ein.

Ohne große Partys startete Deutschland wegen der Coronapandemie wieder ungewohnt beschaulich ins neue Jahr. Private Feiern waren in Deutschland wegen der Pandemie und vor allem aus Furcht vor der neuen Omikron-Virusvariante nur in kleinem Rahmen erlaubt. Zahlreiche große Feiern wie die traditio­nelle Silvestersause am Brandenburger Tor fielen gleich ganz aus.

Auch in anderen Ländern der Welt wurden viele große Partys und Feuerwerke abgesagt, darunter Festi­vi­täten in Paris und London. In der französischen Hauptstadt war es etwa verboten, auf dem Prachtboule­vard Champs-Élysées mit Sekt anzustoßen. Trotzdem versammelte sich dort eine große Menschenmenge. In Madrid standen etwa 7.000 Menschen dicht gedrängt auf dem Platz Puerta del Sol, um das neue Jahr zu begrüßen.

Riesenparty trotz Coronalockdowns: Mehrere Hundert Menschen feierten in die Niederlanden die Neu­jahrsnacht bei einem illegalen Rave durch – bis schließlich am Samstagmittag die Polizei einschritt. An­gesichts eines Großaufgebots von Beamten verließen die meisten Teilnehmer die Silvesterfeier in der Gemeinde Buren freiwillig. Die Nachrichtenagentur ANP berichtete von drei Festnahmen.

In New York wurde das neue Jahr am Times Square trotz rekordverdächtigen Infektionszahlen wieder mit Publikum begrüßt. Bis 13 Uhr MEZ am 1. Januar dauerte es, bis der ganze Globus ins neue Jahr gerutscht war. Als letztes waren die unbewohnten Eilande Bakerinsel und Howlandinsel im Pazifik dran. Als welt­weit Erste – bereits um 11 Uhr mitteleuropäischer Zeit am 31. Dezember – waren die Südsee-Inseln Samoa und Kiribati ins neue Jahr gestartet. © dpa/aerzteblatt.de

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