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Medizin

CDC: Bisher wenige Myokarditisfälle nach Impfungen bei Kindern

Dienstag, 4. Januar 2022

/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Paul Hennessy

Atlanta – Die Impfung von etwa 8,7 Millionen Kindern im Alter von 5 bis 11 Jahren hat in den USA zu 11 bestätigten Meldungen einer Myokarditis an die US-Datenbank VAERS geführt, die laut einem Bericht in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2021; DOI: 10.15585/mmwr.mm705152a1) milde verlaufen sind.

Dem stehen laut einem weiteren Bericht 713 Kinder aller Altersgruppen gegenüber, die allein an 6 Kliniken während 2 Monaten wegen einer schweren COVID-19 behandelt werden mussten und von denen bis auf 1 alle ungeimpft waren und 11 an COVID-19 starben (MMWR, 2021; DOI: 10.15585/mmwr.mm705152a3).

Kinder erkranken nach einer Infektion mit SARS-CoV-2 selten schwer und wenn, dann liegen meist schwere Begleiterkrankungen vor. Dies war auch bei 2/3 der Patienten (67,5 %) der Fall, die im Juli und August an 6 US-Kinderkliniken wegen COVID-19 behandelt wurden. Valentine Wanga von den Centers for Disease Control and Prevention (CDC) in Atlanta und Mitarbeiter haben die pädiatrischen COVID-19-Erkrankungen näher analysiert.

Die häufigsten Begleiterkrankungen waren Fettleibigkeit (32,4 %), Asthma oder reaktive, sprich Asthma-ähnliche Atemwegserkrankungen (16,0 %) oder eine Abhängigkeit von einer Sondenernährung (8,3 %). Ein weiterer Risikofaktor für einen schweren Verlauf waren virale Koinfektionen, die bei 15,8 % der Patienten vorlagen. Dies war zu 2/3 eine Infektion mit dem Respiratorischen Synzytialvirus (RSV).

Etwa die Hälfte der wegen COVID-19 hospitalisierten Kinder (54,0 %) erhielt eine Sauerstoff­unterstützung, 29,5 % wurden auf die Intensivstation verlegt. Insgesamt 11 Kinder (1,5 %) starben.

Laut Wanga war nur 1 der 272 damals impffähigen Patienten zwischen 12 und 17 Jahren vollständig geimpft, 12 waren teilweise geimpft. Die CDC publiziert die Studie zeitgleich zu einer Analyse des VAERS, wo seit dem Beginn der Impfkampagne für 5- bis 11-Jährige 4.249 Verdachtsmeldungen (Stichtag 21. Dezember) eingetroffen sind. Sie betrafen zu 97,5 % den Impfstoff von Biontech Pfizer, der als einziger in den USA in dieser Altersgruppe zugelassen ist.

Die meisten VAERS-Meldungen (97,6 %) betrafen nicht-schwerwiegende Ereignisse, die mit Erbrechen, Fieber, Kopfschmerzen, Synkopen, Benommenheit, Abgeschlagenheit und anderen Allgemeinsymptomen verbunden waren. In insgesamt 100 Fällen (2,4 %) wurden schwerwiegende Ereignisse gemeldet. Im Vordergrund standen Fieber (29,0 %), Erbrechen (21,0 %) und erhöhte Troponinwerte (15,0 %).

Letzteres ist ein Hinweis auf eine Myokarditis, die in 11 der 15 Fälle (durch Rücksprache mit dem Arzt oder durch die Überprüfung der Krankenakte) bestätigt wurde. Von diesen 11 Kindern haben sich 7 bereits vollständig erholt. Die anderen 4 sind laut dem CDC-Bericht auf den Weg der Besserung.

Dem VAERS wurden 2 Todesfälle gemeldet. Die beiden Mädchen im Alter von 5 und 6 Jahren hatten nach den Recherchen der CDC eine komplizierte Krankengeschichte und befanden sich bereits vor der Imp­fung in einem schlechten Gesundheitszustand. Es gebe keine Hinweise auf einen kausalen Zusammen­hang zwischen Tod und Impfung, schreiben Hause und Mitarbeiter.

Die CDC-Mitarbeiter haben auch die Einträge zu 42.504 geimpften Kindern in der App „V-safe“ ausgewer­tet. In der Woche nach der 1. Dosis kam es bei 54,8 % zu lokalen und bei 34,7 % zu systemischen Reak­tionen. Die Häufigkeit von systemischen Reaktionen stieg nach der 2. Dosis auf 40,9 % an. Zu den Reak­tionen, die nach der 2. Dosis häufiger auftraten, gehörte Fieber (13,4 % gegenüber 7,9 % nach der 1. Dosis).

Die meisten Nebenwirkungen waren milde. Nur 5,1 % der Eltern gaben an, dass ihr Kind am Tag nach der 1. Dosis nicht in der Lage war, normalen täglichen Aktivitäten nachzugehen, nach der 2. Dosis war dies bei 7,4 % der Fall.

Ungefähr 1 % der Eltern gaben an, in der Woche nach der Impfung ärztliche Hilfe aufgesucht zu haben. In der Regel blieb es bei einem Termin. 14 Kinder (0,02 %) wurden in einem Krankenhaus behandelt. Ein Grund für die Einweisung wurde in der App bei 5 Kindern genannt. Die Recherchen ergaben, dass 1 Bericht irrtümlich ausgefüllt wurde, bei 2 Kindern wurde eine VEARS-Meldung veranlasst. © rme/aerzteblatt.de

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