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Medizin

Tumorspezifische DNA im Blut könnte Resistenzentwicklung gegen Therapien anzeigen

Dienstag, 25. Januar 2022

/Giovanni Cancemi, stock.adobe.com

Heidelberg – Eine sogenannte Liquid Biopsy mit der Bestimmung tumorspezifischer DNA im Blut von Patienten könnte Onkologen dabei unterstützen, eine Resistenzentwicklung bei der Therapie von nicht-kleinzellige Lungenkrebs früh zu entdecken.

Das berichtet ein Wissenschaftlerteam um Holger Sültmann vom Deutschen Krebsforschungszentrum (DKFZ) und vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg in der Fachzeitschrift Precision Oncology (DOI: 10.1038/s41698-021-00239-3).

Der nicht-kleinzellige Lungenkrebs (NSCLC) macht die Mehrzahl aller Bronchialkarzinome aus. Bis zu 7 % der nicht-kleinzelligen Tumoren liegt eine typische Umlagerung des Erbguts im sogenannten ALK-Gen zugrunde, dem Bauplan für das Enzym „Anaplastische Lymphomkinase“ (ALK). Durch die Umlagerung wird das ALK-Gen dauerhaft aktiviert und dadurch zum Treiber des bösartigen Wachstums. In diesem Fall kann eine Behandlung mit einem zu den Tyrosinkinaseinhibitoren zählenden ALK-Hemmer das Krebs­wachstum bremsen.

Zu Beginn der Behandlung sprechen die meisten ALK-rearrangierten Tumoren auf die spezifischen Kinaseinhibitoren an, doch im Verlauf der Behandlung entsteht eine Resistenz gegen die zielgerichtete Therapie. „Dabei ist es für das Überleben der Patienten extrem wichtig, Hinweise auf eine Therapie­resistenz so früh wie möglich zu entdecken. Wächst der Tumor weiter, verschlechtert sich der Zustand der Kranken teilweise rapide“, erläutert Sültmann.

Die Arbeitsgruppe untersuchte insgesamt 343 Blutproben, die von 43 Patienten zu verschiedenen Zeit­punkten der Therapie mit ALK-Inhibitoren genommen wurden. Die Forscher kombinierten 2 Verfah­ren: Die gezielte und präzise Sequenzierung einzelner, mit dem Wiederauftreten von Krebs assoziierter Gene sowie eine Ganzgenomsequenzierung.

ALK-bezogene Veränderungen, die ein Hinweis auf ein Fortschreiten des Tumors sind, stellten die Wissen­schaftler im Verlauf der Studie bei 22 der 43 Patienten fest. Viele der Proben, die zu Zeitpunkten genommen wurden, zu denen die Erkrankungen vermeintlich noch durch die Therapie in Schach gehal­ten wurde, enthielten bereits steigende Mengen von Tumor-DNA. Insgesamt wurden bei 19 der 43 Patienten Hinweise auf ein frühes Fortschreiten der Erkrankung gefunden.

„Die Daten zeigen, dass der Nachweis von Tumor-DNA beim Therapiemonitoring von ALK-positivem Lungen­krebs einen Nutzen für die Patienten haben könnte. Allerdings müssen diese Ergebnisse noch in prospektiven Studien bestätigt werden“, sagte Sültmann. © hil/aerzteblatt.de

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