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Medizin

Großbritannien: Weniger Hospitalisierungen durch Omikron bei abgeschwächtem Impfschutz

Dienstag, 4. Januar 2022

/studio v-zwoelf, stock.adobe.com

London – Die Analyse von mehr als einer halben Million Erkrankungen in Großbritannien zeigt, dass die Omikron-Variante deutlich seltener zu Hospitalisierungen und Notfällen führt als Delta, auch wenn Todesfälle nicht auszuschließen sind. In einer Test-negativen Fall-Kontrollstudie kam heraus, dass der Impfschutz im Vergleich zur Delta-Variante geringer ausfällt.

In England sind im letzten Jahr bereits 57 Menschen nach einer Infektion mit der Omikron-Variante an COVID-19 gestorben. Diese Zahl muss allerdings vor dem Hintergrund von 198.348 durch Sequenzierung oder Genotypisierung bestätigten und 451.194 aufgrund eines „S-gene target failure" (SGTF) im PCR-Test vermuteter Omikron-Infektionen gesehen werden. Die Gesamtzahl der Infektionen könnte nach Einschät­zung der UK Health Security Agency (UKHSA) sogar noch höher sein, da nur 30 % der PCR-Tests eine SGTF anzeigen können.

Die Behörde kommt in ihrem jüngsten Technical Briefing vom 31. Dezember zu dem Ergebnis, dass das Risiko einer Behandlung auf der Notfallambulanz oder im Krankenhaus bei Omikron nur etwa halb so hoch ist wie bei Delta (Hazard Ratio 0,53; 95-%-Konfidenzintervall 0,50 bis 0,57). Das Risiko einer Klinikaufnahme als Notfall war nur 1/3 so hoch wie bei Delta (Hazard Ratio 0,33; 0,30 bis 0,37).

Es handelt sich um adjustierte Berechnungen, die Alter, Geschlecht, ethnische Zugehörigkeit, soziale Deprivation, internationale Reisen und Impfstatus berücksichtigen. Personen, die 2 oder 3 Impfdosen erhalten hatten, wurden noch einmal zu 81 % (77 bis 85 %) seltener hospitalisiert als Ungeimpfte mit Omikron.

Die Impfstoffwirksamkeit wurde zusätzlich in einer Test-negativen Fall-Kontrollstudie analysiert. Dort war ein Schutz vor einer Hospitalisierung tendenziell bereits 4 Wochen nach der 1. Dosis (Hazard Ratio 0,65; 0,30-1,42) vorhanden, wenn auch deutlich schwächer als gegen die Delta-Variante (Hazard Ratio 0,27; 0,2-0,37).

Im Zeitraum von 2 bis 24 Wochen nach der 2. Dosis sank das Risiko auf eine Hospitalisierung um 67 % (Hazard Ratio 0,33 versus 0,10 bei Delta). Danach war das Risiko noch um 51 % (Hazard Ratio 0,49 versus 0,15 bei Delta) niedriger. 2 Wochen nach einem Booster war das Hospitalisierungsrisiko um 68 % (Hazard Ratio 0,32 versus 0,11 bei Delta) vermindert. © rme/aerzteblatt.de

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