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Medizin

COVID-19: Keine Hinweise auf Früh- oder Mangelgeburten nach der Impfung

Mittwoch, 5. Januar 2022

/ManuPadilla, stock.adobe.com

New Haven/Connecticut – Eine Impfung gegen COVID-19, die im 2. und 3. Trimenon empfohlen wird, hat in einer Kohortenstudie bei etwa 10.000 geimpften Schwangeren nicht zu einem Anstieg von Früh- oder Mangelgeburten geführt. Die Ergebnisse wurden in Morbidity and Mortality Weekly Report (MMWR, 2022; DOI: 10.15585/mmwr.mm7101) veröffentlicht.

Das „Vaccine Safety Datalink“ (VSD) wurde 1990 von den US-Centers for Disease Control and Prevention (CDC) ins Leben gerufen, um die Sicherheit von Impfstoffen nach ihrer Zulassung zu überprüfen. Am VSD beteiligen sich 9 Krankenversicherer, die den CDC die Abrechnungsdaten von 3 % der US-Bevölkerung zur Verfügung stellen.

Heather Lipkind von der Yale Universität in New Haven/Connecticut und Mitarbeiter haben jetzt die Daten von 46.079 Frauen mit einer Einlingsschwangerschaft ausgewertet, die zur Geburt eines lebenden Kindes führte. Darunter waren 10.064 Frauen, die zwischen dem 15. Dezember 2020 und dem 22. Juli 2021 gegen COVID-19 geimpft wurden.

Die Impfung erfolgte überwiegend im 3. Trimenon (61,8 %) oder im 2. Trimenon (36,5 %), bei 1,7 % aber auch im 1. Trimenon, wovon abgeraten wird, um eine Störung der Embryogenese zu verhindern, da dies zu Fehlbildungen führen könnte (die aber im Zusammenhang mit der COVID-19-Impfung bisher nicht beobachtet wurden).

Die meisten Schwangeren erhielten mRNA-Impfstoffe: Zu 54,4 % war dies BNT162b2 von Biontech/Pfizer und zu 41,4 % mRNA-1273 von Moderna. Den Janssen-Impfstoff Ad26.COV2.S hatten nur 4,2 % erhalten (AZD1222 von Astrazeneca ist in den USA nicht zugelassen).

Insgesamt 6,6 % der Babys wurden vor der 37. Schwangerschaftswoche und damit zu früh geboren. Bei den geimpften Schwangeren war die Prävalenz mit 4,9 % niedriger als bei den Ungeimpften mit 7,0 %. Die adjustierte Hazard Ratio von 0,91 war mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 0,82 bis 1,01 nicht signifikant, so dass nicht von einer protektiven Wirkung der Impfung gesprochen werden kann (Im Prinzip könnten sie Frühgeburten durch COVID-19 verhindern).

Der Anteil der Kinder, deren Geburtsgewicht für das Gestationsalter zu niedrig war („Small for Gestational Age“, SGA) lag in beiden Gruppen bei 8,2 %. Lipkind ermittelt eine adjustierte Hazard Ratio von 0,95 (0,87-1,03). Wie immer bei retrospektiven Studien lässt sich nicht ausschließen, dass bevorzugt Schwangere mit einem niedrigen Risiko auf Früh- oder Mangelgeburten geimpft wurden, wodurch ein Sicherheitsrisiko möglicherweise übersehen würde.

In 2 früheren Studien waren jedoch ebenfalls keine Hinweise auf eine Störung der Schwangerschaft durch die Impfung entdeckt worden. Dies war einmal eine Analyse des „v-safe“-Registers, die Einträge in einer Health-App sammelt. In einer Beobachtungsstudie aus Israel war ebenfalls kein Zusammenhang zwischen der COVID-19-Impfung in der Schwangerschaft mit unerwünschten mütterlichen oder geburt­lichen Ergebnissen aufgetreten. © rme/aerzteblatt.de

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