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Ärzte bewerten künstliche Intelligenz zur Beurteilung einer diabetischen Retinopathie kritisch

Donnerstag, 6. Januar 2022

/noon@photo, stock.adobe.com

Düsseldorf/Münster – Computergestützte Diagnosesysteme können beim Erkennen einer diabetischen Retinopathie noch nicht überzeugen. Über eine entsprechende Einschätzung der Initiativgruppe „Früh­erkennung diabetischer Augenerkrankungen“ berichtet der Berufsverband der Augenärzte Deutschlands (BVA).

Der Verband verweist auf eine Studie, die Anfang Januar in der Fachzeitschrift Diabetes Care erschienen ist (Diabetes Care 2021; DOI: 10.2337/dc20-1877). In der Studie wurde die Treffsicherheit von Bilder­kennungssystemen bei der Beurteilung alltagstypischer Netzhautfotos von Patienten mit Diabetes mellitus mit der Leistung von menschlichen Gutachtern verglichen.

Die Fotos des Augenhintergrundes stammten von Patienten amerikanischer sogenannter Veterans-Affairs-Krankenhäuser. Die Sensitivität variierte bei den Bilderkennungsgeräten sehr stark: Sie lag zwischen 51 Prozent und 86 Prozent.

„Die mäßigen Ergebnisse dieses Belastungstests müssen ernst genommen werden, zumal die Anzahl der Patienten mit 23.724 groß ist und im Schnitt 3,5 Bildern mit einem Bildausschnitt von mindestens 45 Grad präsentiert wurden“, hieß es aus der Initiativgruppe.

Grundsätzlich sei bei der Bewertung der Methoden zu beachten, dass sich bei der augenärztlichen stereoskopischen Untersuchung ein dreidi­men­sionales Bild ergebe und so Veränderungen erkannt und eingestuft werden könnten, die auf einem Foto nivelliert seien.

„Die Spezifität der KI-Systeme hat sich in den letzten Jahren zwar kontinuierlich verbessert, bevor sie klinisch angewandt werden, müssen aber alle Algorithmen dieser Bilderkennungsgeräte gründlich an realen Daten getestet werden“, forderte Focke Ziemssen, erster Vorsitzende der Initiativgruppe „Früher­kennung diabetischer Augenerkrankungen“.

Zusammen mit Georg Spital, Generalsekretär der Initiativgruppe, betonte er: „Bei der Erhebung von Computerbefunden des Augenhintergrundes von Menschen mit Diabetes mellitus muss gewährleistet sein, dass die Patienten im Zweifelsfall zum Augenarzt überwiesen und von diesem weiterbetreut werden.“ © hil/aerzteblatt.de

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