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Politik

Schleswig-Holstein zieht neue Quarantäneregelung für wichtige Bereiche vor

Donnerstag, 6. Januar 2022

/dpa, Soeren Stache

Kiel – Schleswig-Holstein erlaubt bereits ab sofort eine Verkürzung der Quarantänezeit für in wichtigen Berufen tätige Kontaktpersonen von Omikron-Infizierten. Damit wartet das Land mögliche Be­schlüsse der für morgen geplanten Ministerpräsidentenkonferenz nicht ab.

Wie das Gesundheitsministerium in Kiel heute mitteilte, können unter anderem Mitarbeiter aus dem Gesundheits- und Bildungsbereich oder den Rettungsdiensten eine Quarantäne bereits nach fünf statt nach zehn Tagen durch einen negativen PCR-Test beenden. Bedingung ist eine doppelte Impfung.

Laut Ministerium ist diese Regelung Teil einer Aktualisierung der Absonderungsregeln, um die Hand­lungs­fähigkeit der Gesundheitsämter „vor dem Hintergrund der bestehenden Dominanz der Omikron-Variante in Schleswig-Holstein und der sehr dynamischen Infektionslage mit weiter hohen und steigen­den Neuinfektionen" zu erhalten.

Generell müssen geimpfte Kontaktpersonen von Infizierten nur noch dann in Quarantäne, wenn eine sogenannte besorgniserregende Virusvariante wie Omikron bei dem Infizierten in ihrem Umfeld festge­stellt wurde.

Für Beschäftigte in den zentralen Bereichen der Daseinsfürsorge lägen aber „Ausnahmen“ im Ermessen der Gesundheitsämter, sofern eine Bestätigung des Arbeitgebers vorliege. In diesem Fall könnten geimpf­te Kontaktpersonen ihre Quarantäne zumindest „zum Zwecke der Arbeitsaufnahme“ bereits nach fünf Tagen mittels PCR-Test beenden.

Konkret genannt wurden in der Mitteilung etwa Beschäftigte aus dem Medizin- und Pflegebereich, Mit­arbeiter von Polizei und Feuerwehr, des Bildungssektors, der Kinderbetreuung, der Telekommunikation sowie der Energie- und Wasserversorgung. Notfalls könnten für die Berufe auch „quarantäneersetzende Maßnahmen“ angewandt werden, um die Versorgung nicht zu gefährden, führte das Ministerium weiter aus. Die Gesundheitsämter seien schon gestern informiert worden.

Laut Ministerium setzt Schleswig-Holstein damit bewusst bereits vor einer etwaigen bundes­ein­heitli­chen Verständigung einen Teil der Maßnahmen zur Verkürzung der Isolations- und Quarantäne­zeiten für Beschäftigte in relevanten Berufsfeldern um, über die morgen abschließend die Ministerpräsidenten­kon­ferenz beraten soll. Die Änderungen entsprechen den Empfehlungen, die die Gesundheitsministerkonfe­renz der Länder gestern abgab.

Bei anderen Aspekten wie einer möglichen Verkürzung der Isolation von Infizierten will die Kieler Landesregierung nach Angaben des Gesundheitsministeriums dagegen erst das Gipfeltreffen von Bund und Ländern abwarten. Schleswig-Holstein ist derzeit schon von einem starken Anstieg der Infektions­zahlen betroffen, weil sich dort bereits die leicht übertragbare Omikron-Variante durchsetzt.

Die Sieben-Tage-Inzidenz lag laut Landesregierung heute bei 405 und damit deutlich über dem Bundes­schnitt. In mehreren Kreisen erreichte sie bereits Werte von mehr als 500, im Kreis Dithmarschen lag sie bei 671. In den vergangenen Tagen etwa hatten bereits erste Kliniken Alarm geschlagen, weil zahlreiche ihrer Mitarbeiter wegen Quarantäne ausfielen. Bundesweit werden wegen des Infektionsdynamik durch Omikron Personalengpässe in strategischen Bereichen erwartet. © afp/aerzteblatt.de

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