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Medizin

Studie: Sildenafil fördert bei Mäusen Wachstum von abdominalen Aneurysmen

Dienstag, 25. Januar 2022

/PaulSat, stock.adobe.com

Rochester/New York – Die tägliche Gabe des PDE5-Inhibitors Sildenafil, der zur Behandlung der erek­tilen Dysfunktion und der pulmonalen arteriellen Hypertonie eingesetzt wird, hat in einer Laborstudie bei Mäusen zu einer deutlichen Vergrößerung eines abdominalen Aneurysmas geführt. Die Forscher raten im Journal of the American Heart Association (2022; DOI: 10.1161/JAHA.121.023053) zur Vorsicht bei Patienten, bei denen bereits ein Bauchaortenaneurysma diagnostiziert wurde.

Das Enzym Phosphodiesterase 5 (PDE5), das Sildenafil und vergleichbare Wirkstoffe hemmt, ist in glatten Muskelzellen an der Regulation der Kontraktion beteiligt. Da die mittlere Wand der Arterien aus glatten Muskelzellen besteht, führt die Blockade von PDE5 zu einer Relaxation der Blutgefäße. Dies erleichtert bei einer erektilen Dysfunktion die Füllung der Schwellkörper und senkt bei einer pulmona­len arteriellen Hypertonie den Blutdruck im Lungenkreislauf.

Der Verdacht, dass die Relaxation für Menschen mit einem abdominalen Aneurysma gefährlich sein könnte, gründet sich zum einen auf Fallberichte über Aortendissektionen im zeitlichen Zusammenhang mit einer (exzessiven) Einnahme von Sildenafil. Zum anderen gibt es zahlreiche Gendefekte, die durch eine Schwächung der glatten Muskulatur das Aneurysmarisiko erhöhen.

Ein Team um Chen Yan von der Universität in Rochester im Bundesstaat New York hat deshalb die Aus­wirkungen von Sildenafil an Mäusen untersucht. Bei den Tieren wurde durch die Injektion des Enzyms Elastase mit dem Toxin Aminopropionitril in die Gefäßwand ein Aortenaneurysma provoziert. Danach erhielt die Hälfte der Tiere über 4 Wochen Sildenafil ins Trinkwasser gemischt in einer Tagesdo­sis von 60 bis 100 mg pro kg Körpergewicht. Bei der anderen Hälfte enthielt das Trinkwasser kein Sildenafil.

Nach den 4 Wochen hatten sich die Bauchaortenaneurysmen der mit Sildenafil exponierten Tiere im Durchschnitt um etwa 37 % vergrößert, was von einem gesteigerten Abbau oder einer Schwächung der elastischen Fasern begleitet wurde.

Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Sildenafil das Fortschreiten eines Bauchaorten-Aneurysmas fördert und damit die Gefahr einer Dissektion steigert. Ob und wie stark gefährdet Patienten sind, die Sildenafil gelegentlich zur Förderung einer Erektion oder dauerhaft zur Behandlung der pulmonalen arteriellen Hypertonie einnehmen, lässt sich aufgrund von tierexperimentellen Befunden nicht beur­teilen.

Hierzu müsste in epidemiologischen Studien nach einer Häufung von Erkrankungen bei Anwendern gesucht werden. Yan rät dennoch zur Vorsicht mit PDE5-Inhibitoren bei Patienten, die bereits ein Aneu­rysma entwickelt haben. © rme/aerzteblatt.de

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