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Medizin

Gezieltes Programm kann ältere Patienten im Krankenhaus vor Delir schützen

Freitag, 28. Januar 2022

/Chinnapong, stock.adobe.com

Brisbane – Ältere Patienten können im Krankenhaus vor einem Delir geschützt werden, wenn auf der Station ein gezieltes Programm zur Verbesserung von Ernährung, Hydrierung, Mobilität und kognitivem Engagement umgesetzt wird. Andere Endpunkte wie die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus oder die Mortalität bleiben davon allerdings unbeeinflusst, wie die Autoren einer australischen Studie in JAMA Internal Medicine berichten (DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.7556).

Im Krankenhaus kommt es bei älteren Patienten häufig zu charakteristischen Komplikationen wie Delir, krankenhausassoziiierten Funktionsverschlechterungen, Inkontinenz, Druckgeschwüren und Stürzen. Dazu kommt, dass sie meist länger im Krankenhaus bleiben müssen, einen höheren Bedarf an Pflege und eine höhere Mortalität haben als jüngere Patienten.

Neben der akuten Erkrankung und der zugrundeliegenden Gebrechlichkeit sei hierfür auch verantwort­lich, dass Krankenhäuser nicht wirklich auf die Bedürfnisse älterer Menschen ausgerichtet sind, schreiben Dr. Alison M. Mudge vom Royal Brisbane and Women’s Hospital, Brisbane, und ihre Kollegen.

Essen, bewegen, sozial engagieren

Mit dem Programm „Eat Walk Engage” soll sich das ändern: Es zielt darauf ab, die Ernährung und Hydrie­rung, die Mobilität und das kognitive und soziale Engagement der Patienten zu verbessern. Gleichzeitig soll es die Zusammenarbeit multidisziplinärer Teams fördern.

Auf jeder teilnehmenden Krankenhausstation gibt es einen für das Programm Verantwortlichen, der den multidisziplinären Arbeitsgruppen vor Ort hilft, die Prozesse, die Umgebung und die Krankenhauskultur dahingehend umzubauen, dass sie den altersfreundlichen Schlüsselprinzipien des Programms entspre­chen.

An der Studie nahmen 539 Patienten auf 8 Stationen teil. Sie waren älter als 65 Jahre und wurden für mindestens 3 Tage im Krankenhaus behandelt. Ein Follow-up fand nach 6 Monaten statt. 265 Studien­teilnehmer auf 4 Stationen bildeten die Interventionsgruppe, die restlichen Patienten und Stationen dienten der Kontrolle.

Signifikanter Effekt auf die Inzidenz von Delir

Die Forschergruppe um Mudge berichtet, dass die Umsetzung des „Eat Walk Engage”-Programms nur auf einen der untersuchten Endpunkte einen Einfluss gehabt habe: die Inzidenz, mit der die älteren Patien­ten ein Delir entwickelten. Diese sei in der Interventionsgruppe signifikant niedriger gewesen als in der Kontrollgruppe (16 % vs. 31 %).

Bei allen anderen krankenhausassoziierten Komplikationen, die bei Älteren auftreten können, zeigte die Intervention keinen relevanten Effekt. In der Interventionsgruppe kam es bei 46,4 % der Teilnehmer zu einer Komplikation, in der Kontrollgruppe war dies bei 51,8 % der Teilnehmer der Fall; der numerische Unterschied war statistisch nichtsignifikant. Auch die Dauer des Krankenhausaufenthaltes, das Risiko einer erneuten stationären Aufnahme oder die Mortalität blieben unbeeinflusst. © nec/aerzteblatt.de

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