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Coronarekord bei Neuinfektionen, Inzidenz bei 407,5

Mittwoch, 12. Januar 2022

/picture alliance, dpa, Revierfoto

Berlin – Mit der raschen Verbreitung der Omikron-Variante schießen die Coronafallzahlen auf Rekord­höhe. Die Zahl der binnen eines Tages übermittelten Neuinfektionen überschritt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) von heute Morgen erstmals die Schwelle von 80.000. Die Gesundheitsämter meldeten dem RKI demnach 80.430 Fälle in 24 Stunden. Vor genau einer Woche waren es 58.912 erfasste Neuinfektionen gewesen, wobei es im Zuge der Feiertage Lücken bei Tests und Meldungen gegeben hatte.

Die neue Coronavariante gilt als wesentlich ansteckender als Delta. Experten gehen davon aus, dass man mit vollständiger Grundimmunisierung schlechter vor Ansteckung mit Omikron geschützt ist als bei früheren Varianten, der Schutz vor schweren Verläufen dürfte aber weiterhin gut sein. Eine Auffrisch­impfung wird empfohlen. Gleichzeitig gehen Fachleute davon aus, dass Omikron im Schnitt mildere Krankheitsverläufe verursacht.

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Die 7-Tage-Inzidenz gab das RKI mit 407,5 an. Zum Vergleich: Am Vortag hatte der Wert bei 387,9 gele­gen. Vor einer Woche lag die bundesweite Inzidenz bei 258,6 (Vormonat: 390,9). Der Höchstwert wurde Ende November mit 452,4 erreicht.

Bei den Inzidenzen gibt es momentan deutliche Unterschiede zwischen den Bundesländern. So stehen Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt mit Werten unter 300 vergleichsweise gut da, die Stadtstaaten Bremen (1296,8), Berlin (856,4) und Hamburg (568,9) gehören zu den Schlusslichtern. Allerdings dürften die Zahlen zeitlich verzögert auch in den bislang weniger betroffenen Bundesländern rasch steigen.

Auf den Intensivstationen spiegelt sich die Omikron-Welle bislang nicht wider. Die Zahl der Coronapa­tienten ging dort seit Mitte Dezember kontinuierlich zurück, auf zuletzt knapp 3.200. Zum Vergleich: Am Höhepunkt der 2. Welle waren es mehr als 5.700 gewesen. Allerdings erwarten Experten, das mit deut­lich zunehmenden Infektionszahlen auch die Belastung in den Kliniken steigt.

Nach Ansicht des führenden US-Experten Anthony Fauci wird Omikron früher oder später fast alle Men­schen treffen. „Mit der außergewöhnlichen und beispiellosen Effektivität der Übertragung wird Omikron letztlich fast jeden finden“, sagte der Immunologe und Präsidentenberater gestern (Ortszeit).

Auch Geimpfte würden infiziert werden, aber die meisten von ihnen würde es nicht so schwer erwischen; sie müssten also nicht ins Krankenhaus und würden nicht sterben. Am schlimmsten werde es jene treffen, die immer noch nicht geimpft seien, sagte Fauci.

Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) warnt unter Berufung auf eine Hochrechnung, dass sich in zwei Monaten schon über die Hälfte der Menschen in Europa mit Omikron infiziert haben könnte. Omikron stelle eine Flutwelle dar, die von West nach Ost über die europäische Region hinwegfege und zu dem Anstieg der Delta-Zahlen hinzukomme, den die Länder bis Ende 2021 erlebt hätten.

Deutschlandweit wurden nach den neuen Angaben binnen 24 Stunden 384 Todesfälle verzeichnet. Vor einer Woche waren es 346 Todesfälle gewesen. Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 7.661.811 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden.

Die Anzahl der Genesenen gab das RKI heute Morgen mit 6.836.600 an. Die Anzahl der Menschen, die an oder unter Beteiligung einer nachgewiesenen Infektion mit SARS-CoV-2 gestorben sind, stieg auf 114.735. © dpa/aerzteblatt.de

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