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Ärzteschaft

Laborärzte warnen vor Antigentests zum Freitesten

Mittwoch, 12. Januar 2022

/picture alliance, NurPhoto, Jakub Porzycki

Berlin – In der Debatte um die Zuverlässigkeit von Antigentest warnt ein Experte vor falscher Sicherheit durch negative Testergebnisse. „Ein Freitesten nur mit Antigentest, das geht nicht“, sagte der Vorsitzende des Berufsverbandes Deutscher Laborärzte, Andreas Bobrowski.

Er bezog sich auf Pläne der Bundesregierung, ein vorzeitiges Freitesten aus der Quarantäne nicht nur mit PCR-Tests, sondern auch mit „hochwertigen“ Antigentest zu ermöglichen. Weil besonders bei ge­ringerer Viruslast Antigentests, zu denen Selbst- und Schnelltests gehören, oft nicht anschlügen, sei das aber ein problematisches Signal, so Bobrowski.

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Die Viruslast falle speziell bei Omikron insbesondere bei Geimpften tendenziell recht rasch ab. Der Un­ter­schied bei der Zuverlässigkeit aller Antigentests sei speziell bei asymptomatischen Coronainfektio­nen im Vergleich zum PCR-Test also „ganz erheblich“, gab Bobrowski zu bedenken.

Während die PCR-Tests nahezu immer korrekte Ergebnisse beim Nachweis von Coronainfektionen auch mit geringer Viruslast lieferten, falle bei asymptomatischen Verläufen mit geringer Viruslast nur bei etwa der Hälfte der Infizierten der Antigentest korrekt positiv aus, sagte der Experte.

Trotz der Bedenkenhält die Bundesregierung an der Möglichkeit fest, eine Coronaquarantäne auch mit einem negativen Antigentest zu beenden. Speziell am Ende einer Infektion seien die Antigentests auch bei Omikron „sehr sensitiv“, sagte ein Sprecher des Gesundheitsministeriums heute in Berlin.

Regierungssprecher Steffen Hebestreit wandte sich zudem heute gegen das Argument, die Laborkapazi­tä­ten für PCR-Tests würden derzeit nicht ausgeschöpft. Angesichts steigender Infektionszahlen sei in den kommenden Tagen auch eine höhere Auslastung der Labore zu erwarten, erklärte Hebestreit. Aus seiner Sicht wäre es deshalb „fahrlässig“, die Nachfrage ohne erkennbaren Nutzen zu erhöhen.

Mit Blick auf PCR-Tests gab das Bundesgesundheitsministerium (BMG) zuletzt an, die mögliche Wochen­kapazität von 2,4 Millionen Tests werde mit derzeit bis zu 1,5 Millionen PCR-Tests noch nicht ausgereizt.

Auch der Vorsitzende des Verbands Akkreditierte Labore in der Medizin (ALM), Michael Müller, sagte laut Mittei­lung: „Die Belastung in den Laboren ist zwar erheblich, aber ich sehe keinen Grund für zu große Sorgen.“ © dpa/aerzteblatt.de

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