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Ausland

Kanadische Provinz Québec will Steuer für Corona-Ungeimpfte einführen

Mittwoch, 12. Januar 2022

François Legault/picture alliance, ZUMAPRESS.com, Paul Chiasson

Montréal – Die kanadische Provinz Québec will eine Steuer speziell für Menschen einführen, die sich nicht gegen das Coronavirus impfen lassen wollen. „Wir arbeiten an einem Gesundheitsbeitrag“ für „alle Erwachsenen, die sich weigern sich impfen zu lassen“, sagte der Chef der Provinzregierung, François Legault, gestern. Ungeimpfte seien „eine finanzielle Belastung“ für ihre Mitbürger. Aus der Opposition kam Kritik.

Legault warf den Impfverweigerern vor, „unsere Krankenhäuser zu verstopfen“. Während nur zehn Prozent der erwachsenen Einwohner der Provinz nicht gegen das Coronavirus geimpft seien, seien 50 Prozent der auf der Intensivstation behandelten Patienten Ungeimpfte. „Es ist nicht Sache aller Bewohner Québecs, dafür zu bezahlen.“ Er sagte, dass diejenigen, die aus medizinischen Gründen nicht geimpft sind, von der geplanten Maßnahme ausgenommen werden.

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Nach offiziellen Angaben werden in der Provinz Québec mit ihren acht Millionen Einwohnern derzeit 2.742 COVID-19-Patienten im Krankenhaus behandelt, 255 davon auf der Intensivstation. Angesichts erneut steigender Ansteckungszahlen waren in Québec zum Jahresende hin erneut strenge Einschrän­kungen des öffentlichen Lebens eingeführt worden, darunter eine nächtliche Ausgangssperre und ein Verbot größerer privater Zusammenkünfte. Ungeimpfte dürfen auch nicht mehr in Geschäfte, die Alkohol und Cannabis verkaufen.

Die Opposition kritisierte die Ankündigung der Provinzregierung. Der Anführer der Konservativen Partei, Eric Duhaime, erklärte auf Twitter, dass die neue Gebühr die Bevölkerung nur „spalten“ würde. Und die Vorsitzende der liberalen Partei von Québec, Dominique Anglade – eine Befürworterin der Impfpflicht – nannte die Steuer eine „Ablenkung“.

Ungeimpfte finanziell zu sanktionieren wird weltweit diskutiert. Auf Bundesebene hat die kanadische Regierung die Idee ins Spiel gebracht, nicht geimpften Personen das Arbeitslosengeld zu entziehen. Singapur hat erklärt, dass es die Kosten für die COVID-Behandlung von Impfverweigerern nicht mehr übernehmen wird.

In Deutschland wurden zeitweise die kostenlosen Tests gestrichen, die für die Teilnahme am öffentlichen Leben nötig sind. Italien hat eine Impfpflicht für über 50-Jährige mit Geldstrafen für Impfverweigerer beschlossen. © afp/aerzteblatt.de

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