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Organspendezahlen auch im zweiten Pandemiejahr stabil

Mittwoch, 12. Januar 2022

/Dan Race, stock.adobe.com

Frankfurt am Main – Die Zahl der Menschen, die nach ihrem Tod ein oder mehrere Organe gespendet haben, ist im vergangenen Jahr leicht – um 2,2 Prozent – gestiegen. Hatte die Zahl der Organspender im Jahr 2020 bei 913 gelegen, waren es im Jahr 2021 933. Das teilte die Deutsche Stiftung Organtransplan­ta­tion (DSO) jetzt mit.

Gleichzeitig ging die Zahl der hierzulande postmortal entnommenen Organe mit 2.905 im Vergleich zum Jahr 2020 (2.941) um 1,2 Prozent zurück. Zu diesen 2.905 Organen, die Patienten auf den Warte­listen zur Transplantation erhielten, zählen 1.492 Nieren, 742 Lebern, 310 Herzen, 299 Lungen, 57 Bauchspeichel­drüsen und fünf Därme.

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Insgesamt blieben die Organspende- und Transplantationszahlen somit im Jahr 2021 wie bereits in 2020 auf dem annähernd gleichen Niveau von 2019. „Angesichts der seit fast zwei Jahren anhaltenden Pande­mie und der daraus resultierenden Dauerbelas­tung auf den Intensivstationen ist diese Stabilität positiv zu bewerten“, sagte Axel Rahmel, Medizi­nischer Vorstand der DSO.

Im vergangenen Jahr wurden in den 46 deutschen Transplantationszentren 2.979 Organe nach postmor­taler Spende übertragen. Damit lag die Zahl der in Deutschland transplantierten Organe um 74 höher als die Zahl der hierzulande gespendeten Organe. Dies hat laut der DSO der internationale Organaustausch im sogenannten Euro­trans­plant-Verbund ermöglicht.

Die 2.979 transplantierten Organe bedeuten einen geringen Rückgang um 37 Organe (minus 1,2 Pro­zent) gegenüber dem Jahr 2020 (3.016 Organe). Verantwortlich für diese Entwicklung ist der DSO zufolge ein deutlicher Rückgang der Lungentransplantationen (minus 61) und der Pankreastransplantationen (minus 27), während die Zahl der Nierentransplantationen sogar zugenommen hat (plus 58) und die der Herz- und Lebertransplantationen in etwa stabil geblieben ist.

„Es ist nicht auszuschließen, dass die Coronaviruspandemie beim Rückgang bei den Lungen- und Pankre­astransplantationen eine Rolle gespielt hat“, erklärte die DSO die Entwicklung. Die Stiftung weist darauf hin, dass am Jahresende 2021 in Deutschland 8.448 Menschen auf der Warteliste für ein Organ gestan­den haben.

Die DSO hatte nach eigenen Angaben gehofft, in den vergangenen zwei Jahren aufgrund der verabschie­deten gesetzlichen und untergesetzlichen Maßnahmen zur Förderung der Organspende mehr Menschen auf der Warteliste mit einem Spenderorgan helfen zu können.

„Es bleibt die Zuversicht, dass sich mit Eindämmung der Coronaviruspandemie der Fokus im Gesund­heits­­wesen wieder auf andere Themen richtet und sich damit auch die Situation der Organspende in dem Ausmaß verbessert, wie die gesetzlichen Maßnahmen es vorgesehen haben,“ so Rahmel.

Er sei zuversichtlich, dass es für Ärzte und Pflegende auf den Intensivstationen zunehmend selbstver­ständ­licher werde, am Lebensende von Patienten mit schwerer Hirnschädigung auch nach der Organ­spende zu fragen. Schon jetzt sei die Zahl der organspendebezogenen Kontakte zwischen Kliniken und DSO gestiegen: von 3.098 im Jahr 2020 auf 3.132 im vergangenen Jahr. © hil/aerzteblatt.de

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