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Medizin

SARS-CoV-2: Antigentests erkennen Omikron bei hoher Viruslast

Mittwoch, 12. Januar 2022

/JOE LOREE DESIGN, stock.adobe.com

San Francisco – Entgegen ersten Befürchtungen scheinen Antigentests auch die Omikron-Variante von SARS-CoV-2 zu erkennen – zumindest bei einer hohen Viruslast im Abstrich. Dies zeigt ein Anfang Januar an einer Teststation in Kalifornien durchgeführter Vergleich mit einem PCR-Test, der jetzt in medRxiv (2022; DOI: 10.1101/2022.01.08.22268954) vorveröffentlicht wurde.

Die zahlreichen Mutationen und anderen genetischen Veränderungen der Omikron-Variante könnten dazu führen, dass sich die Oberfläche des Virus so stark verändert hat, dass die Antigentests es nicht mehr erkennen. US-Kliniken berichteten Anfang Januar über Diskrepanzen in den Ergebnissen von PCR- und Antigentests, zu denen es im Dezember gekommen war, als die Zahl der Omikron-Infektionen bereits anstieg. Betroffen war auch der Test des Herstellers Abbott („BinaxNOW“).

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Ein Team um Diane Havlir vom Chan-Zuckerberg Biohub in San Francisco hat am 2. und 3. Januar an einer Teststation bei 731 Personen parallel zum nasalen „BinaxNOW“-Test auch einen PCR-Abstrich durchge­führt. Die meisten Teilnehmer hatten sich für eine Arbeitsfreigabe (26,1 %), wegen eines Kontaktes (23,1 %) oder vor der Schule (17,8 %) testen lassen. Nur 16,7 % waren symptomatisch.

Bei 296 Personen fiel der PCR-Test positiv aus. Fast alle waren mit der Omikron-Variante infiziert. Der Antigentest fiel bei 193 Personen positiv aus, was eine Sensitivität von 65,2 % ergibt (95-%-Konfidenz­intervall 59,7 bis 70,6). Bei den Personen, die beschwerdefrei waren oder erst seit wenigen Tagen Symp­tome hatten, lag die Sensitivität nur bei 52,5 % (43,5-61,5 %). Wenn die Getesteten seit 7 oder mehr Tagen Symptome hatten, stieg die Sensitivität auf 74,0 % (67,2-80,3 %).

Der Nachweis im Antigentest korrelierte zudem mit der Viruslast im PCR-Test. Wenn der Ct-Wert unter 30 lag, was eine hohe Virusmenge anzeigt, lag die Sensitivität bei 95,2 % (91,8-97,9 %) in der Gesamt­gruppe und bei 89,8 % (81,4-96,6 %) bei den Getesteten ohne Symptome oder mit Symptomen seit weniger als 7 Tagen.

Die Studie bestätigt damit die hohe Zuverlässigkeit der Antigentests bei einer hohen Viruslast und bei symptomatischen Patienten. Dies war auch bei früheren Varianten beobachtet worden. Ob der Test bei Omikron insgesamt weniger zuverlässig ist, kann die Studie mangels Vergleichsgruppe nicht klären. Die Studie war unabhängig vom Hersteller durchgeführt worden. Der „BinaxNOW“-Test ähnelt dem in Deutschland angebotenen Test „Panbio“ vom selben Hersteller. © rme/aerzteblatt.de

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