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Medizin

Alkoholexzesse nach Feiertagen können Vorhofflimmern auslösen

Montag, 31. Januar 2022

/9parusnikov, stock.adobe.com

San Francisco – An Tagen, an denen US-Amerikaner häufiger zum „Breathanalyzer“ greifen, um ihren Alkoholpegel zu kontrollieren, steigt in den Notaufnahmen der Kliniken die Zahl der Patienten, bei denen ein Vorhofflimmern diagnostiziert wurde. Dies kam in einer Untersuchung in Nature Cardiovascular Research (2022; DOI: 10.1038/s44161-021-00003-7) heraus, die damit die Existenz des „Holiday Heart Syndrome“ bestätigt.

Der Begriff „Holiday Heart Syndrome“ wurde 1978 von dem US-Mediziner Philip Ettinger von der New Jersey Medical School geprägt. Ihm war eine Häufung von Herzrhythmusstörungen bei Personen (überwiegend Männern) aufgefallen, die zuvor exzessiv Alkohol getrunken hatten. Am häufigsten war dies ein Vorhofflimmern. Heute steht fest, dass Alkoholkonsum ein wichtiger Risikofaktor für das Vorhof­flimmern ist. Welche Rolle dabei die gelegentlichen Alkoholexzesse an Feiertagen spielen, ist jedoch nicht ganz klar.

Eine größere EKG-Reihenuntersuchung an Besuchern des Münchner Oktoberfests hatte 2015 zwar ergeben, dass ein vermehrter Alkoholkonsum mit einer Zunahme von Sinustachykardien (25,9 %) einhergeht. Ein Vorhofflimmern wurde jedoch nur bei 0,8 % der Teilnehmer beobachtet, so dass der Nachweis eines „Holiday Heart Syndrome“ nicht gelang.

Ein Team um Gregory Marcus von der Universität von Kalifornien in San Francisco war jetzt mit der Instrumentvariablenmethode („instrumental variable analyses“) erfolgreicher. Im 1. Schritt ermittelte der Epidemiologe die Tage, an denen Amerikaner besonders gern und viel Alkohol trinken. Er griff dazu auf die Daten eines Anbieters von Geräten zur Atemalkoholbestimmung („Breathanalyzer“) zurück. Das Gerät übermittelt die Messergebnisse per Bluetooth an ein Smartphone. Die Auswertung erfolgt dann beim Anbieter einer App, der den Forschern die Daten zur Verfügung gestellt hat.

Sie fanden heraus, dass die Amerikaner an 8 Tagen im Jahr besonders häufig ihren Alkoholpegel bestimmen: Dies sind Neujahr, der Martin Luther King Day (15. Januar), der „Super Bowl“-Sonntag, der Beginn der Sommerzeit, der Nationalfeiertag am 4. Juli, Weihnachten, die Fußballweltmeisterschaft und der Vatertag.

Als nächstes analysierten die Epidemiologen die Daten der Notfallambulanzen in Kalifornien. Tatsäch­lich stieg an 5 der 8 Feiertage die Zahl der alkoholbedingten Notfallaufnahmen. An 4 Feiertagen kam es auch zu einer Zunahme von Neudiagnosen wegen eines Vorhofflimmerns. Am häufigsten war dies am Neujahrstag der Fall (an dem auch die „Breathanalyzer“ am öftesten genutzt worden waren und die Alkoholpegel am höchsten waren.

Es folgte Weihnachten, der „Super Bowl“-Sonntag und der Beginn der Sommerzeit, der für viele Ameri­kaner offenbar ein Anlass zum Trinken ist. Auch ein Anstieg von Hospitalisierungen war an diesen Tagen nachweisbar. Besonders häufig erkrankten die über 65-Jährigen unter Alkoholeinfluss an einem Vorhof­flimmern. Ein höheres Alter ist ein bekannter Risikofaktor für die Erkrankung.

In einer Negativkontrolle untersuchte Marcus, ob die Alkoholexzesse auch die Häufigkeit von supraven­tri­kulären Tachykardien beeinflussen. Diese Erkrankung wird nicht mit einem Alkoholkonsum in Verbindung gebracht, und tatsächlich fand sich in der „Instrumental variable analyses“ auch kein Hinweis darauf. © rme/aerzteblatt.de

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