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Bundesverband Gesundheits-IT für Richtungswechsel bei E-Rezept

Donnerstag, 13. Januar 2022

/viperagp, stock.adobe.com

Berlin – Als in seiner derzeitigen Form gescheitert betrachtet der Bundesverbands Gesundheits-IT (bvitg) den Feldtest zur Einführung des elektronischen Rezeptes (E-Rezept). Der Verband fordert deshalb einen Richtungswechsel: Eine zentrale Stelle solle mit der Koordinierung des Prozesses beauftragt werden und unter enger Einbeziehung der Anwenderseite sowohl Feldtest als auch Roll-out und Weiterentwicklung des E-Rezepts vorantreiben.

Es wäre das falsche Signal, wenn sich die Beteiligten nun „im Klein-Klein der Schuldzuweisungen“ verlie­ren würden, betonte Sebastian Zilch, Geschäftsführer des bvitg, im Zusammenhang mit den Verzöge­run­gen bei der flächendeckenden Einführung des E-Rezeptes. „Stattdessen muss der Blick nach vorne ge­rich­tet werden, damit das E-Rezept mitsamt seinen Mehrwerten für Versicherte und Leistungserbringer zeitnah in die Versorgung gelangen kann.“

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Konkret fordert der Verband, dass die Bundesregierung eine Organisation offiziell mit der Koordinierung des Projekt E-Rezepts betraut und mit den entsprechenden Kompetenzen ausstattet. Der bvitg schlägt dafür die Gematik vor, da diese die Rolle schon jetzt bereits zum Teil ausfülle. Oberstes Ziel muss es aus Sicht des bvitg sein, die Reife des E-Rezepts weiter voranzubringen, damit der E-Rezept-Start überhaupt möglich wird.

„Der Weg dorthin führt nur über Tests, weshalb deutlich mehr Anwender für die Teilnahme an der Test­phase motiviert werden müssen. Dafür braucht es unter anderem eine deutlich transparentere Kommu­nikation zu den Rahmenbedingungen und Zielen der Feldtests. Auch im Anschluss an die Tests muss alles dafür getan werden, Praxen, Apotheken und Krankenhäuser zur aktiven Mitarbeit und -gestaltung des Projekts zu animieren“, so Zilch.

Über Test und Roll-out hinaus müsse aus Sicht des bvitg schon jetzt die Weiterentwicklung des E-Re­zepts vorbereitet werden. Das E-Rezept dürfe nicht als elektrifizierte Papierform mit Zugriff über nur eine separate App stehen bleiben, sondern müsse die Nutzung der Daten in weiteren Digitalanwendungen wie der elektronischen Patientenakte (ePA) ermöglichen. Nur so könnten Mehrwerte und damit auch die Akzeptanz bei Versicherten und Leistungserbringern erreicht werden.

Zudem appelliert der Verband an die Politik, die Erfahrungen aus dem Projekt E-Rezept in die Planung zukünftiger Digitalisierungsvorhaben und insbesondere die angekündigten eHealth-Strategie miteinbe­ziehen, um ähnliche Fehler in Zukunft zu vermeiden. Die Industrie stehe gerne bereit, diese Weiterent­wicklung aktiv zu begleiten. © EB/aha/aerzteblatt.de

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