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Regionale Versorgungskonzepte bei Parkinson besonders wichtig

Donnerstag, 13. Januar 2022

/airdone, stock.adobe.com

Berlin – Die Zahl der Parkinsonpatienten, die ambulant betreut werden, ist seit dem Jahr 2016 leicht rückläufig – von rund 400.000 Betroffenen auf rund 380.000 im Jahr 2019. Regionale Unterschiede sind dabei besonders bedeutsam. Das zeigt eine neue Versorgungsatlasstudie des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) (DOI: 10.20364/VA-22.01).

Danach unterscheidet sich der Verlauf bei Frauen und Männern: Während bei Frauen der Anstieg nur bis 2014 (Höchststand mit 203.000 Patientinnen) erfolgte und danach zurückging, verlief diese Entwicklung bei Männern verzögert. Der Höchststand wurde 2017 mit 192.000 Fällen erreicht. Diese Entwicklung hatte zur Folge, dass der weibliche Anteil an allen ambulant betreuten Patienten mit Morbus Parkinson von 54 Prozent 2010 auf 50 Prozent im Jahr 2019 zurückging.

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Regionale Unterschiede sind laut der Arbeitsgruppe bedeutsam: In ländlichen Kreisen liegt die Prävalenz höher als in städtischen. Stadt-Land-Unterschiede erklären sich laut den Forschern vor allem durch die demografische Struktur.

„Das erhöhte Auftreten der Parkinsonkrankheit in ländlichen Regionen mit älterer Bevölkerungsstruktur rückt spezifische Versorgungsangebote in den Fokus, die an die regionalen Besonderheiten angepasst sind“, sagte der Zi-Vorstandsvorsitzende Dominik von Stillfried.

Außerdem zeigte die Untersuchung: Die häufigsten Begleiterkrankungen in der Gruppe der Parkinson­patienten sind Hypertonie (76 Prozent) und Stoffwechselstörungen (55 Prozent). Bei über 40 Prozent der Parkinsonpatienten wurden zudem psychische Störungen diagnostiziert.

„Dass die Parkinsonkrankheit mit einer Vielzahl insbesondere alterstypischer Erkrankungen vergesell­schaftet ist, unterstreicht die Komplexität der medizinischen Versorgung dieser Patientengruppe. Die Behandlung erfordert einen intensiven Austausch zwischen den beteiligten Haus- und Fachärzten sowie Gesundheitsfachberufen“, betonte von Stillfried.

Grundlage für die Versorgungsatlasstudie sind die bundesweiten vertragsärztlichen Abrechnungsdaten aus den Jahren 2010 bis 2019. © hil/aerzteblatt.de

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