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Medizin

COVID-19: Impfung von Jugendlichen vermeidet schwere Erkrankungen und Todesfälle

Donnerstag, 13. Januar 2022

/picture alliance, Matthias Bein

Atlanta – Der seit Mai vergangenen Jahres in den USA für die Altersgruppe der 12- bis 15-Jährigen zuge­lassene Impfstoff BNT162b2 hat sich in der Praxis als hocheffektiv erwiesen. Zu schweren Erkrankungen und Todesfällen ist es laut einer Test-negativen Fall-Kontrollstudie der Centers for Disease Control and Prevention (CDC) im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMoa2117995) bisher fast nur bei ungeimpften Jugendlichen gekommen.

Der mRNA-Impfstoff BNT162b2 wurde in den USA am 10. Mai (und kurze Zeit später auch in Europa) auf Basis einer Phase-3-Studie zugelassen. In der Studie war zunächst nur die Sicherheit und die Immuno­ge­nität von BNT162b2 untersucht worden, da dies Grundvoraussetzung für eine Notfallzulassung war.

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Es war allerdings 7 oder mehr Tage nach der 2. Dosis bei keinem der 1.005 Geimpften zu einer Erkran­kung an COVID-19 gekommen gegenüber 16 Fällen auf 978 Teilnehmer der Placebogruppe. Die Impf­stoffwirksamkeit betrug demnach 100 %, allerdings versehen mit einem doch weiten 95-%-Konfidenz­intervall von 75,3 % bis 100 %. In einem Update vom Dezember bestätigte sich die Zahl bei inzwischen 30 Erkrankungen in der Placebogruppe gegenüber 0 in der Impfstoffgruppe.

Da in der Studie keine schweren Erkrankungen auftraten, blieb unklar, wie gut die Schutzwirkung wirk­lich war. Ein Team um Manish Patel von den CDC in Atlanta hat jetzt untersucht, ob die Impfungen zu einem Rückgang von schweren Erkrankungen geführt hat. Dazu wurden die Erkrankungsfälle an den 31 Kliniken ausgewertet, die sich am „Overcoming-COVID-19 Network“ der CDC beteiligt haben.

Dort waren bis Ende Oktober 445 Jugendliche im Alter von 14 bis 17 Jahren wegen COVID-19 behandelt worden. Von diesen waren nur 18 vollständig oder teilweise geimpft. Nur 2 der 18 geimpften Patienten (11 %) waren schwer erkrankt.

Bei einem Patienten lag eine chronische Erkrankung mit Immunschwäche vor, der andere war vorher ge­sund. Beide überlebten COVID-19. Keiner benötigte eine extrakorporale Mem­branoxygenierung (ECMO). Von den 427 nicht geimpften Jugendlichen erlitten 194 (45 %) einen schweren Verlauf: 13 benötigten eine ECMO und 7 starben an COVID-19.

Diese Zahlen deuten schon darauf hin, dass COVID-19 bei geimpften Jugendlichen sehr viel seltener einen schweren lebensbedrohlichen Verlauf nimmt. In der Virologie ist es üblich, dies durch eine Test-negative Fall-Kontroll-Studie zu dokumentieren. Die CDC-Epidemiologen bildeten zwei Kontroll-Gruppen.

Die erste bestand aus Patienten, die mit den Symptomen von COVID-19 in die Klinik aufgenommen wur­den, deren PCR-Test oder Antigentest jedoch negativ ausgefallen war. Patel ermittelt hier eine Schutzwir­kung des BNT162b2-Impfstoffs gegen eine Krankenhauseinweisung wegen COVID-19 von 95 % mit einem 95-%-Konfidenzintervall von 91 % bis 97 %.

In der zweiten sogenannten Syndrom-negativen Fall-Kontrollstudie bestand die Vergleichsgruppe aus Patienten, die wegen anderer Erkrankungen in der Klinik aufgenommen worden waren. Die Schutzwir­kung betrug hier 94 % (89-96 %). Die Schutzwirkung vor einer Aufnahme auf die Intensivstation und vor der Notwendigkeit lebenserhaltender Maßnahmen betrug beide Male 98 %.

Die klinischen Erfahrungen bestätigen damit die Ergebnisse der Zulassungsstudien, nach denen 2 Dosie­rungen des Impfstoffs BNT162b2 einen hochwirksamen Schutz vor COVID-19 bieten. Darüber hinaus ver­hindern sie bei einer Erkrankung einen schweren Verlauf oder einen Todesfall, der an den Kliniken bei geimpften Jugendlichen bisher in keinem einzigen Fall aufgetreten ist. © rme/aerzteblatt.de

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