NewsHochschulenKretschmer dankt Medizinstudierenden für Aktion gegen Coronaprotest
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Hochschulen

Kretschmer dankt Medizinstudierenden für Aktion gegen Coronaprotest

Freitag, 14. Januar 2022

/dpa, Stefan Sauer

Dresden – Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer hat den Medizinstudierenden der TU Dresden für ihre Aktion gegen einen Coronaprotest gedankt. „Ein klares und wichtiges Statement der Studieren­den der @Medizin_TUD“, schrieb der CDU-Politiker heute auf seinem Twitter-Account und setzte ein „Danke!“ dahinter.

Die angehenden Mediziner erlebten täglich, „dass nicht Maßnahmen gegen das Virus das Problem sind, sondern das Virus selbst“, schrieb Kretschmer. Dazu setzte er unter anderem den Hashtag #ImpfenStatt­Schim­pfen.

Anzeige

Lob gab es auch vom Marburger Bund (MB). „Mit ihrem stillen Protest haben die Studierenden Zivilcou­rage bewiesen und ein klares Zeichen gegen Coronaleugnung und rechte Hetze gesetzt“, sagte Pauline Graichen, Vorsitzende des Sprecherrates der Medizinstudierenden im Marburger Bund.

Die Kommilitoninnen und Kommilitonen hätten ihre „volle Unterstützung“. Wer sich unter Einhaltung der Coronahygienemaßnahmen schützend vor seine Klinik stelle und seine Solidarität mit der Belegschaft und den Patienten zum Ausdruck bringe, verdiene „Respekt und Anerkennung“ und dürfe nicht noch Nachteile erleiden.

Das Dresdner Uniklinikum war gestern das Ziel angeblicher „Spaziergänger“. Die Stu­den­ten hatten sich schützend davor gestellt. Sie hatten sich in weißen Kitteln aufgereiht und trugen Schilder mit Auf­schrif­ten wie „Impfen statt Schimpfen“ und „Keine Macht den Rücksichtslosen.“

Die Polizei nahm gestern allerdings nicht nur die „Spaziergänger“, sondern auch die Studierenden ins Visier. Dabei waren 22 Studierende vorübergehend festgehalten worden. Die Polizei nahm ihre Persona­lien auf. Sie müssen nun mit einem Ordnungswidrigkeitsverfahren wegen eines Verstoßes gegen die Coronanotfall­verordnung rechnen.

Laut Polizei war die Versammlung der Medizinstudenten nicht angezeigt und mit mehr als zehn Perso­nen unzulässig. Bei der Räumung eines Straßenabschnittes seien die Studierenden in einer „un­über­sichtlichen und dynamischen Situation“ von Polizeibeamten aus Berlin festgesetzt worden. Wenn man eine solche Aktion plane, sei es besser, im Vorfeld Kontakt zur Versammlungsbehörde und zur Polizei wegen eines Kooperationsgespräches aufzunehmen, hieß es.

Die Reaktion der Polizei sorgte für heftige Kritik in den sozialen Netzwerken. Ein Polizeisprecher sagte dazu: „Unabhängig der politischen Motivation ist die Polizei an Recht und Gesetz gebunden.“ Die Beam­ten seien gehalten gewesen, die zu diesem Zeitpunkt geltende Coronanotfallverordnung durchzusetzen. Bis gestern waren in Sachsen nur maximal zehn Teilnehmer bei einer Demo erlaubt.

Die Dresdner Medizinstudenten wollten nach eigenem Bekunden bei ihrem Protest am Donnerstagabend gegen Kritiker der Coronamaßnahmen nicht gegen Regeln verstoßen. „Wir haben friedlich ein Zeichen setzen und auch den Anweisungen der Polizei Folge leisten wollen“, sagte Marie-Luise Rohm, Sprecherin des Fachschaftsrates Medizin-Zahnmedizin-Hebammenkunde, heute.

Die Aktion sei auch friedlich abgelaufen, zu 99 Prozent seien die Kontakte mit der Polizei gut gewesen. „Wir waren froh, dass so viele Polizisten präsent waren und glauben auch nicht, dass sie absichtlich gegen uns vorgingen.“ Die Lage sei dann aber „sehr dynamisch“ gewesen.

Auch gegen den Protest gegen die Coronamaßnahmen waren die Beamten nach Einschätzung eines dpa-Reporters konsequent vorgegangen. Die Polizei war gestern mit zahlreichen Kräften im Einsatz. Der Fo­kus habe auf der Absicherung des Universitätsklinikums und auch des Sächsischen Landtages gelegen, zudem sollte ein größerer Aufzug durch die Innenstadt verhindert werden.

Die Polizei hat die Identitäten von mehr als 200 Personen festgestellt und Ordnungswirigkeitenverfah­ren wegen Verstoßes gegen die Coronanotfallverordnung eingeleitet. Zudem sollen drei Strafan­zeigen we­gen Beleidigung sowie drei wegen Widerstandes gegen Vollstreckungsbe­amte geschrieben worden sein. © dpa/may/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER