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Ärzteschaft

Menschliche Organspende auch künftig unverzichtbar

Freitag, 14. Januar 2022

/Talaj, stock.adobe.com

Berlin – Anfang Januar wurde in den USA ein genetisch modifiziertes Schweineherz einem Patienten mit schwerer Herzinsuffizienz eingepflanzt.

Die Deutsche Gesellschaft für Thorax-, Herz- und Gefäßchirurgie (DGTHG) stufte diese Xenotransplanta­tion als einen wichtigen Entwicklungsschritt im Bereich der Transplantationsmedizin ein. Sie wies jedoch zugleich darauf hin, dass die menschliche Organspende bis auf weiteres „Goldstandard“ bleibe.

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„In erster Linie kann die Xenotransplantation mit einer starken und schwer unterdrückbaren Abstoßungs­reaktion einhergehen“, begründete DGTHG-Vizepräsident Jan Gummert die Einschätzung der Fachgesell­schaft.

Zudem würden möglicherweise Infektionen einen nicht zu unterschätzenden Risikofaktor darstellen. „Vor allem fehlen uns Langzeiterfahrungen beziehungsweise -erkenntnisse. Wir betreten Neuland und brau­chen evidenz­basierte Ergebnisse und weitere Forschungserkenntnisse.“

Während ein menschliches Spenderherz nach der Transplantation erfahrungsgemäß mehr als 20 Jahre schlagen könne, gebe es bei transplantierten Schweineherzen dazu bislang noch keine Daten. Wesent­liche wissenschaftliche Fragen müssten noch fundiert beantwortet werden.

„Auch wenn die Schweineherz-Transplantation möglicherweise ein weiterer Meilenstein in der Transplan­tationsmedizin ist, so sind wir erst am Anfang“, resümierte Gummert. Dementsprechend wird ein Tierherz der DGTHG zufolge in den nächsten zehn Jahren das menschliche Spenderherz in der Transplantations­me­dizin nicht ersetzen können.

© hil/sb/aerzteblatt.de

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