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Ärzteschaft

Elektronische Gesundheitskarte kann zu Ausfällen von Kartenterminals führen

Freitag, 14. Januar 2022

/dpa

Berlin – In Arztpraxen kommt es offenbar vermehrt zu Ausfällen von Kartenterminals, nachdem eine bestimmte Sorte von elektronischen Gesundheitskarten (eGK) eingelesen wurde. Darauf hat jetzt die Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) hingewiesen, die nach eigenen Angaben vermehrt Berichte von Praxen dazu erreicht haben.

Betroffen sind demnach offenbar „sogenannte Near-field-communication-fähige (kontaktlose) eGK der Generation 2.1“, wie die KBV schreibt. Würden sie in ein bestimmtes Kartenterminal eines zugelassenen Herstellers gesteckt, scheine es eine elektrostatische Entladung zu geben.

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Demzufolge könnten potenziell mehrere Millionen eGK in Kombination mit dem Großteil der in Praxen vorhandenen Kartenterminals betroffen sein, so die KBV. Die Entladung hat der Körperschaft nach zur Folge, dass das Kartenterminal in einen Zustand versetzt wird, der sich nur noch durch einen kompletten Neustart beheben lässt – und das jedes Mal, wenn die benannten Karten eingeführt werden.

„Das kostet extrem Zeit, legt den eng getakteten Praxisbetrieb lahm und gefährdet im schlimmsten Fall die Versorgung der Patienten“, zeigte sich Thomas Kriedel, Mitglied des Vorstands der KBV, verärgert.

Gemeinsam fordert der KBV-Vorstand mit Andreas Gassen, Stephan Hofmeister und Kriedel die Telema­tikinfrastrukturbetreibergesellschaft Gematik auf, „sofort und umfassend“ die Probleme zu lösen. Es führ­ten nicht die Ärzte sein, die das von ihnen nicht zu verantwortende Problem lösen sollten, etwa durch zusätzliche Arbeitsschritte.

„Außerdem müssen wir uns auf Zulassungen und Bestätigungen durch die Gematik verlassen können. „Dieses Grundvertrauen ist nun zum wiederholten Mal stark erschüttert worden“, führt Kriedel aus.

„Die niedergelassenen Kolleginnen und Kollegen sind extrem und zu Recht verärgert“, sagte auch KBV-Chef Gassen. „Dieses neuerliche Desaster zeigt, wie wichtig es ist, Komponenten vor der Einführung ausreichend zu testen“, so KBV-Vize Hofmeister.

Von der Gematik hieß es auf Nachfrage des Deutschen Ärzteblattes, das geschilderte Problem sei be­kannt. „Wir arbeiten mit allen Partnern und Herstellern mit Hochdruck an einer Lösung“, erklärte eine Sprecherin. Man informiere seit Dezember im Fachportal mit laufenden Updates. Die Gesellschafter und damit auch die KBV seien ebenfalls seit Dezember informiert.

Für das laut Gematik-Fachportal betroffene ORGA 6141 Kartenterminal steht mit der Version 3.8.1. eine neue Firmware zur Verfügung. Diese Softwareversion löse zwar nicht das Problem, mache aber das Termi­nal wieder betriebsfähig, indem im Fehlerfall ein automatischer Restart durchgeführt wird.

Es sollte sichergestellt werden, dass alle im Betrieb befindlichen Kartenterminals auf diesen Firmware-Stand aktualisiert wurden, heißt es. Zudem sollte geprüft werden, ob die eGK vor dem Steckvorgang außerhalb des Kartenterminals entladen werden kann. © may/aha/EB/aerzteblatt.de

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Kommentare

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Avatar #749489
M.W.
am Sonntag, 16. Januar 2022, 08:15

Kluge Tipps

Das Update bringt gar nichts, das Entladen der Karte ist eher ritueller Natur, das ist Unsinn.Die Geräte und NFC-Karten müssen alle zurückgerufen und ausgebessert werdenWer seine SMC-B Karte in ein ungenutztes Orga steckt, hat erstmal etwas Ruhe, sofern ein Extra-Gerät vorhanden istÜbrigens: Die Orga 920 m online sind auch betroffen
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