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Medizin

Impfkampagne gegen COVID-19 in Rheinland-Pfalz wirksam

Dienstag, 18. Januar 2022

/picture alliance, Robin Utrecht

Mainz – Die erste Phase der Impfkampagne in Rheinland-Pfalz gegen SARS-CoV-2 hat die besonders gefährdete Gruppe der über 80-Jährigen vor schweren Krankheitsverläufen geschützt. Darüber hinaus sank mit steigender Impfquote die SARS-CoV-2-Infektionsrate in dieser Bevölkerungsgruppe besonders stark.

Das berichtet ein Wissenschaftlerteam des Instituts für Medizinische Biometrie, Epidemiologie und Infor­matik (IMBEI) der Universitätsmedizin Mainz im European Journal of Epidemiology (2021; DOI: 10.1007/s10654-021-00825-6).

Die Ergebnisse basieren auf einer Auswertung von Daten der Impfdokumentation Rheinland-Pfalz, des Robert-Koch-Instituts und des Statistischen Landesamts Rheinland-Pfalz für die Zeit von Januar bis Mai 2021.

Die Altersgruppe der über 80-Jährigen trägt bekanntlich ein besonders hohes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe. Deshalb wurde diese Bevölkerungsgruppe zu Beginn der Impfkampagne in Deutschland pri­orisiert gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 geimpft. Die Impfquote für die Altersgruppe 80 plus stieg bis Ende Mai 2021 laut den Forschern auf 80 Prozent bei Männern und 75 Prozent bei Frauen.

Die Arbeitsgruppe konnte zeigen, dass in Rheinland-Pfalz der Anteil der Altersgruppe 80 plus an den COVID-19-Sterbefällen von Anfang Februar bis Ende Mai 2021 mit steigender Impfquote deutlich zurück­ging. Während bis Kalenderwoche fünf die über 80-Jährigen noch rund 70 Prozent der Sterbefälle aus­machten, sank ihr Anteil auf neun Prozent in Kalenderwoche 20.

Die Untersuchung zeigt zudem einen deutlichen Rückgang der SARS-CoV-2-Infektionen bei den über 80-Jährigen: Ab etwa Mitte Februar 2021 sanken die Infektionszahlen in allen Altersgruppen. Bei der Bevöl­kerungsgruppe 80 plus ging der Anteil an Infektionen im Vergleich am stärksten zurück – von 16 Prozent Anfang Januar 2021 auf ein Prozent in Kalenderwoche 20.

„Die wissenschaftliche Analyse der uns vorliegenden Daten durch das IMBEI zeigt klar, dass wir mit unse­rer Impfkampagne erfolgreich waren. Mit Hilfe der Priorisierung konnten wir die besonders durch das SARS-CoV-2 gefährdete Bevölkerungsgruppe in sehr vielen Fällen vor schweren Krankheitsverläufen schützen“, sagte der rheinland-pfälzische Impfkoordinator Daniel Stich.

Bisherige Daten zur Wirksamkeit der COVID-19-Impfungen stammen meist aus klinischen Zulassungs­studien. Diese finden unter kontrollierten Bedingungen statt. Grundsätzlich sei es denkbar, dass geimpfte Personen einen Teil des in Studien nachgewiesenen Impfschutzes dadurch verlieren würden, dass sie etwa die gängigen Hygieneregeln weniger beachten, sagte Daniel Wollschläger, Leiter der Abteilung für Epide­miologische Methodik und Strahlenforschung am IMBEI.

„Um herauszufinden, wie sich die COVID-19-Impfungen tat­säch­lich auf die Bevölkerung auswirken, müssen deshalb sogenannte Real-World-Daten untersucht werden, so wie wir das jetzt getan haben“, ergänzte sie. © hil/aerzteblatt.de

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