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Kinderhilfswerk mahnt besseren Nichtraucherschutz für Kinder an

Dienstag, 18. Januar 2022

/ubonwanu, stock.adobe.com

Berlin – Das Deutsche Kinderhilfswerk (DKHW) hat Verbesserungen des Nichtraucherschutzes für Kinder angemahnt. Vor allem in Schulen und Kindertageseinrichtungen, in der Kindertagespflege und auf Spiel­plätzen seien „umfassende Rauchverbote“ nötig, heißt es in einer heute veröffentlichten Mitteilung.

Zudem schlägt das Hilfswerk auf der Bundesebene eine Änderung der Straßenverkehrsordnung vor, um Kinder und Jugendliche auch in Autos vor Gefahren des Passivrauchens zu schützen.

„Die Bestimmungen zum Nichtraucherschutz für Kinder und Jugendliche in Deutschland sind ein Flicken­teppich und entsprechen in kaum einem Bundesland den Standards, die nötig und möglich sind“, sagte der Bundesgeschäftsführer des Deutschen Kinderhilfswerkes, Holger Hofmann. Dies sei ein Verstoß die UN-Kinderrechtskonvention, die das Recht des Kindes auf das erreichbare Höchstmaß an Gesundheit anerkenne.

Lediglich Brandenburg und Hamburg gewährleisten den Angaben zufolge einen umfassenden Nicht­raucher­schutz für Kinder sowohl in Schulen, Kitas und anderen zentralen Lebensorten von Kindern. In allen anderen Bundesländern, besonders in Baden-Württemberg und Sachsen, bestehe erheblicher Verbesserungsbedarf.

Dringend nötig sei jedoch vor allem ein Rauchverbot in Autos, wenn Kinder mitfahren, so Hofman. „Nach Messungen des Deutschen Krebsforschungszentrums (DKFZ) ist die Giftstoffbelastung durch Raucher­in­nen und Raucher im Auto extrem hoch. Selbst bei leicht geöffnetem Fenster ist die Konzentration einiger toxischer Partikel teils fünfmal so hoch wie in einer durchschnittlichen Raucherkneipe", erklärte er.

Rund eine Million Kinder in Deutschland seien Tabakrauch im Auto ausgesetzt; ihr Schutz müsse gesetz­lich abgesichert werden. In vielen europäischen Ländern, etwa in Frankreich, Finnland, Großbritannien, Italien und Österreich, sei der Schutz von Kindern und Jugendlichen vor Tabakqualm in Fahrzeugen bereits gesetzlich geregelt. © kna/aerzteblatt.de

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