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Verdi ruft AOK-Beschäftigte im Nordosten zum Warnstreik auf

Dienstag, 18. Januar 2022

/picture alliance, Bildagentur-online, Schoening

Schwerin/Potsdam – Die Dienstleistungsgewerkschaft Verdi hat die Beschäftigten der AOK Nordost vor der anstehenden zweiten Runde in den Tarifverhandlungen zu Warnstreiks morgen aufgerufen.

Die Beschäf­tigten in Mecklenburg-Vorpommern, Berlin und Brandenburg sollen morgen die Arbeit nie­der­legen, um den Gewerkschaftsforderungen Nachdruck zu verleihen, hieß es in einer Verdi-Mitteilung heute. Verdi drohte zudem mit weiteren Arbeitsniederlegungen.

Den Angaben der Gewerkschaft zufolge hatte die Tarifgemeinschaft der AOK (TGAOK), zu der auch die AOK Nordost gehört, in der ersten Verhandlungsrunde mitgeteilt, dass die Beschäftigten im Nordosten komplett vom Tarifabschluss in diesem Jahr ausgenommen werden sollen.

Ein Angebot sei nicht vorgelegt worden. „Damit würden die Beschäftigten und Auszubildenden der AOK Nordost auf Dauer vom Vergütungsniveau ihrer Kolleginnen und Kollegen im AOK-System abgehängt“, hieß es von Verdi. Dies bedeute bei gestiegenen Lebenshaltungskosten auf lange Sicht einen Real­lohn­verlust.

Wie die AOK Nordost mitteilte, hat sie sich mit Blick auf die finanziellen Belastungen durch die Pandemie und zahlreiche neue Gesetze der alten Bundesregierung aus den Tarifverhandlungen herausnehmen lassen. Sie halte es aus den genannten Gründen für angemessen, die Tariferhöhung für ihre Mitarbeiter zu verschieben. „Wir rechnen wegen des Warnstreiks nicht mit einer eingeschränkten Erreichbarkeit für unsere Versicherten“, hieß es weiter.

Katja Paul, Verhandlungsführerin der Verdi-Bundesverwaltung, beklagte, dass statt Wertschätzung und Anerkennung hier Einsparungen der Krankenkasse auf dem Rücken der Beschäftigten erfolgen sollen.

Verdi fordert unter anderem eine Erhöhung der Gehälter um 5,9 Prozent sowie eine um 150 Euro höhere Ausbildungsvergütung. Zudem soll es einen jährlichen Zuschuss für Gesundheitsmaßnahmen und besse­re Aufstiegschancen für Berufseinsteiger geben. Die Tarifverhandlungen werden den Angaben zufolge morgen und übermorgen fortgesetzt. © dpa/aerzteblatt.de

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