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Erstmals mehr als 100.000 neue Coronafälle

Mittwoch, 19. Januar 2022

/dpa, Sven Hoppe

Berlin – Mit Verzögerung zu anderen EU-Ländern erreichen auch in Deutschland die Coronafallzahlen bisher unbekannte Höhen – Tendenz steigend. So meldete das Robert-Koch-Institut (RKI) heute erstmals seit Beginn der Coronapandemie mehr als 100.000 binnen eines Tages übermittelte Infektionen.

Die große Frage ist nun, wie sich diese immense Zahl auf die Belegung der Krankenhäuser und auf die sogenannte kritische Infrastruktur auswirkt, zu der beispielsweise die Energie- und Wasserwirtschaft gehört. So sprach RKI-Präsident Lothar Wieler kürzlich von einer „neuen Phase der Pandemie“, in der weniger die reine Fallzahl, sondern die Zahl der Schwerkranken entscheidend sein wird.

Bislang spiegelt sich die von der Virusvariante Omikron ausgelöste Welle nicht in der Zahl der Corona­patienten auf Intensiv­station wieder. Diese ist laut Intensivmedizinervereinigung DIVI seit der ersten Dezemberhälfte von rund 5.000 auf zuletzt 2.664 (gestern) gesunken.

Auch die Zahl der offiziell vom RKI gemeldeten Coronatoten war in den vergangenen Tagen rückläufig. Deutschlandweit wurden den neuen Angaben zufolge binnen 24 Stunden 239 Todesfälle mit oder auf­grund von Corona verzeichnet. Vor einer Woche waren es 384.

Zuletzt mussten laut RKI nur etwa halb so viele Menschen wegen Corona in eine Klinik wie Ende No­vem­­ber – mit leicht steigender Tendenz. Hohe Infektionszahlen schlagen sich erst mit Verzug auf die Kliniken nieder, weil bis zur Einlieferung eines Patienten Zeit vergeht. Die neue Omikron-Variante breitet sich rasend schnell in der Bevölkerung aus, geht allerdings tendenziell mit milderen Verläufen einher als die zuvor vorherrschende Delta-Variante.

Momentan infizieren sich vergleichsweise wenig ältere Menschen, die besonders anfällig für schwere Verläufe sind. Die Sieben-Tage-Inzidenz lag bei Menschen ab 80 Jahren laut RKI zuletzt bei rund 115 – mit leicht steigender Tendenz. Sollten sich deutlich mehr Ältere infizieren, könnte das Experten zufolge zu einem deutlichen Anstieg bei der Zahl der Schwerkranken führen.

Bei den 5- bis 14-Jährigen liegt die Inzidenz nun rund zehn Mal so hoch wie bei den Älteren und hat sich innerhalb einer Woche mehr als verdoppelt. Das dürfte auch mit dem Ende der Weihnachtsferien zusammenhängen. Schüler werden regelmäßig getestet.

Die Gesundheitsämter hatten dem RKI 112.323 Fälle in 24 Stunden übermittelt. Das sind rund 32.000 mehr als am Mittwoch vor einer Woche. Die Sieben-Tage-Inzidenz erreichte mit 584,4 ebenfalls einen Höchststand. Am Vortag hatte die bundesweite Inzidenz noch bei 553,2 gelegen (Vorwoche: 407,5; Vormonat: 315,4).

Das RKI zählte seit Beginn der Pandemie 8.186.850 nachgewiesene Infektionen mit SARS-CoV-2. Die tatsächliche Gesamtzahl dürfte deutlich höher liegen, da viele Infektionen nicht erkannt werden. © dpa/aerzteblatt.de

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