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Ausland

Boris Johnson will Coronaisolierung bald ganz abschaffen

Donnerstag, 20. Januar 2022

/picture alliance, ASSOCIATED PRESS, Jessica Taylor

London – Der britische Premierminister Boris Johnson will die verpflichtende Isolierung für Corona­infi­zierte in England in naher Zukunft vollständig abschaffen. „Es wird bald die Zeit kommen, in der wir die gesetzliche Verpflichtung zur Isolierung abschaffen können, genauso wie Menschen sich nicht gesetzlich isolieren müssen, wenn sie die Grippe haben“, sagte Johnson gestern im Londoner Unterhaus.

Die aktuellen Regelungen laufen zum 24. März aus. Wenn möglich, wolle er sie schon früher abschaffen, sagte Johnson. Erst vor wenigen Tagen hatte seine Regierung die Isolation auf fünf volle Tage verkürzt. Johnson kündigte außerdem die Aufhebung aller noch in England geltenden Coronabeschränkungen an.

„Von morgen an werden wir keine Masken mehr in Klassenräumen verlangen“, sagte der konservative Politiker. Auch anderswo sollen Masken nicht mehr Pflicht sein, sondern eine private Entscheidung jedes Einzelnen. „Die Regierung ruft ab jetzt auch nicht mehr dazu auf, von Zuhause zu arbeiten.“ Die in Teilen der Tory-Partei verhassten Impfnachweise, gegen die etliche Abgeordnete im Dezember rebelliert hatten, sollen ab Mitte nächster Woche ebenfalls der Vergangenheit angehören.

Englands Gesundheitsminister Sajid Javid kündigte am Abend einen Plan für das Frühjahr an, den er mit „Leben mit COVID-19“ umschrieb. Demnach sollen Tests, antivirale Medikamente und weitere Impfungen „die Ecksteine der künftigen Verteidigung“ gegen das Virus darstellen.

Die Infektionszahlen sind in Großbritannien in den vergangenen zwei Wochen deutlich zurückgegangen. Die Inzidenz, die die Zahl der Neuinfektionen der vergangenen Woche pro 100.000 Einwohner angibt, lag zuletzt bei 986 (Stand: 13. Januar). Zeitweise hatte sie um den Jahreswechsel die Marke von 2.000 über­schritten.

Auch die Zahl der Einweisungen ins Krankenhaus geht leicht zurück. Nordirland, Wales und Schottland hatten im Kampf gegen Omikron auf schärfere Maßnahmen gesetzt, aber auch bereits Lockerungen angekündigt.

Johnson ist wegen Lockdownpartys im Regierungssitz Downing Street heftig unter Druck geraten. Kritiker werfen ihm vor, mit den weitreichenden Lockerungen auch Hinterbänkler in seiner Partei besänftigen zu wollen. © dpa/aerzteblatt.de

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