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Wie es bei den COVID-19-Impfungen weitergehen kann

Freitag, 21. Januar 2022

/picture alliance, KEYSTONE, MICHAEL BUHOLZER

Köln – Boosterimpfungen können die Immunantwort auf SARS-CoV-2 unabhängig von der Virus-Variante verstärken und einen sehr guten Schutz bieten. So lautet ein Fazit eines Pressebriefings des Science Media Centers (SMC). Offen blieb jedoch, ob eine vierte Impfung oder wiederholte Impfungen notwendig werden könnten.

Leif Erik Sander, Leiter der Forschungsgruppe Infektionsimmunologie und Impfstoffforschung an der Charité in Berlin, betonte heute auf dem Pressebriefing zu künftigen Impfstrategien gegen COVID-19, dass die möglichst dreifache Impfung gegen COVID-19 sehr gut vor schweren Verläufen auch bei In­fektionen mit der Omikron-Variante des SARS-CoV-2 schütze.

Aber der Immunschutz lasse im Laufe der Zeit nach, bei der Omikron-Variante stärker als bei der Delta-Variante. Vor allem Personen mit einem erhöhten Risiko für schwere Verläufe könnten daher von einem an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff profitieren, vermutete Sander.

Die Omikron-spezifischen Impfstoffe seien ab dem 2. Quartal dieses Jahres verfügbar, berichtete Klaus Cichutek, Präsident des Paul-Ehrlich-Instituts – Bundesinstitut für Impfstoffe und biomedizinische Arz­nei­­mittel (PEI) in Langen. Er betonte, dass die Umstellung der Herstellung auf die angepassten Impf­stoffe global koordiniert wer­den sollte. Ein Komitee der Weltgesundheitsorganisation (WHO) beschäftige sich derzeit mit diesem Thema.

Die Boosterimpfung führe aktuellen Daten zufolge nicht nur zu einer verbreiterten Antikörper-Antwort, sondern auch zu einer Produktion von qualitativ hochwertigeren Antikörpern, die eine höhere Avidität haben, erläuterte Ulrike Protzer, Direktorin des Instituts für Virologie an der Technischen Universität München (TUM) und am Helmholtz Zentrum München. Ähnliches geschehe aber auch durch eine Infek­tion mit SARS-CoV-2. Die aktuelle Omikron-Welle könne demnach die Immunantwort bei vielen Personen weiter verstärken.

Die Frage, ob periodische Auffrischimpfungen ähnlich wie bei der Grippe jährlich oder überhaupt not­wendig seien, ließe sich aktuell nicht beantworten, meinte Sander. Boosterungen in der dreifach geimpf­ten Bevölkerung könnten durch die Infektion mit dem Erreger erfolgen.

Für Risikopatienten, zum Beispiel immunsupprimierte Patienten, böten sich eventuell regelmäßige Auf­frischimpfungen an, so Sander. Gegebenenfalls würden wiederholte Impfungen aber auch für die Allge­meinbevölkerung in bestimmten Situationen notwendig.

„Wir werden möglicherweise zu dem Stadium kommen, dass wir periodische Auffrischimpfungen brau­chen“, sagte Cichutek. Hier stelle sich die Frage, ob ein Omikron-adaptierter Impfstoff reiche oder auf mittel- bis langfristige Sicht auf Impfstoffe zurückgegriffen werden müsse, die ein breiteres Varianten­spektrum abdeckten. © aks/aerzteblatt.de

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