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Politik

Impfgegner rufen zum Kapern auf: MFA brechen Protestaktion ab

Mittwoch, 26. Januar 2022

Zeitgleich zur Bundestagsdebatte über eine Impfpflicht und diversen Protesten dagegen, gingen auch die MFA für ihre Anliegen auf die Straße. /Verband medizinischer Fachberufe

Berlin – Die Zahnmedizinischen und Medizinischen Fachangestellten (ZFA und MFA) haben sich heute unter schwierigen Rahmenbedin­gungen für mehr Anerkennung ihrer Arbeit eingesetzt. Die Proteste auf dem Pariser Platz in Berlin fanden zwar unter erheblichem Polizeischutz statt. Die Übergabe von Briefen der MFA an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) musste aber dennoch abgesagt werden.

Hintergrund sei gewesen, dass es in sozialen Netzwerken Aufrufe von Impfgegnern gegeben habe, sich den MFA bei ihrem Protestmarsch anzuschließen, sagte Hannelore König, Präsidentin des Verbands medizini­scher Fachberufe (VMF). Die Polizei habe den Weg zum Ministerium nicht absichern können. Die Briefe der MFA an das Ministerium würden morgen per Bote übergeben.

Man habe auch den teilnehmen­den MFA und ZFA empfohlen, ihre Protestzeichen – wie ihre roten FFP2-Schutz­masken – nach der Aktion abzunehmen. Die Eigensicherung habe Vorrang gehabt, sagte König. Die Lage sei „unübersichtlich“ gewesen. Sie zeigte sich darüber hinaus „schockiert“ darüber, dass die Corona­impfgegner die Anliegen der MFA für ihre Zwecke „missbrauchen“.

Mit der Aktion selbst war König zufrieden. Man habe gute Gespräche mit Abgeordneten des Bundestags geführt, sagte sie. Unter anderem vor Ort gewesen sei der Chirurg Andreas Philippi (SPD), Mitglied des Gesundheitsausschusses des Parlaments. Dieser habe ihr erklärt, dass es keine Verschiebung der Frist in Bezug auf die einrichtungsbezogene Impfpflicht geben werde.

Das Thema treibt die MFA derzeit um, erklärte die VMF-Präsidentin. Zu viele Details seien dazu etwa ar­beitsrechtlich noch ungeklärt. Es gebe eine „große Unsicherheit“ in den Arztpraxen, wie die Arbeitgeber nach dem 16. März mit dem Thema umgehen würden.

Debattiert wird unter den MFA König zufolge auch zunehmend die Frage, wie es mit den Boosterimpfun­gen gegen SARS-CoV-2 weitergeht. So einige stellten sich die Frage, wie oft nun noch nachgeimpft wer­den müsste. „Hier sind Wissenschaft und Politik gefragt, auf die offenen Fragen Antworten zu liefern“, sagte König.

Sie betonte, man könne sich es nicht leisten, auch nur auf einen kleinen Prozentsatz ungeimpfter MFA oder ZFA zu verzichten. Gehe man von einem Prozent nicht geimpfter MFA aus, würden auf einen Schlag 3.300 Praxiskräfte wegfallen. Das erhöhe zusätzlich den Druck auf das verbliebene Personal. Dabei steige die Belastung mit Omikron in der ambulanten Versorgung gerade an.

Enttäuscht ist König über das BMG. Das habe sich seit dem 15. Dezember nicht mehr gerührt und auch nicht auf die Briefe und Proteste des Verbandes reagiert. Der VMF will der Politik vor den nächsten Aktio­nen nun etwas Zeit geben.

Bis zum März sollen die Proteste ausgesetzt werden. Gibt es dann kein Entgegenkommen aus der Politik will der VMF weiter für die Anliegen der medizinischen Fachberufe öffentlich eintreten.

Die MFA hatten in den vergangenen Monaten in Berlin mehrfach protestiert. Es geht ihnen unter ande­rem um mehr Wertschätzung, bessere Arbeitsbedingungen und auch finanzielle Verbesserungen. König hatte zuletzt neben einem Coronabonus dringend eine Erhöhung des Steuerfreibe­trags für MFA angeregt. Viele Ärzteverbände unterstützen auch gestern im Vorfeld der heutigen Kundgebung des VMF die Forderungen. © may/aerzteblatt.de

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