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Medizin

Metaanalyse: Zu viel Fernsehen erhöht das Thromboserisiko

Mittwoch, 9. Februar 2022

/stokkete, stock.adobe.com

Bristol – Die Pandemie und das steigende Serienangebot verführen zu längeren Zeiten vor dem Fern­seher oder anderen Bildschirmen. Dies könnte vor allem bei älteren Menschen das Risiko von tiefen Venenthrombosen und Lungenembolien erhöhen, warnen Mediziner im European Journal of Preventive Cardiology (2022; DOI: 10.1093/eurjpc/zwab220).

Bewegungsmangel ist ein etablierter Risikofaktor für Herzinfarkt und andere Herz-Kreislauf-Erkrankun­gen, die Folgen einer beschleunigten Atherosklerose der Arterien sind. Die Venen sind von dieser Erkran­kung nicht betroffen. Bewegungsmangel könnte hier jedoch auf andere Weise der Gesundheit schaden und zu ebenso bedrohlichen Erkrankungen führen.

Stundenlanges Sitzen kann den Blutfluss in den Venen verlangsamen. Wenn dann noch ungesunde Ernäh­­rungsgewohnheiten die Fließeigenschaften des Blutes verschlechtern, kann es zur Bildung von Thromben in den tiefen Beinvenen kommen, die als Embolus die Lungenarterien blockieren, was den Gasaustausch unterbricht und zum schnellen Tod führen kann.

Wie hoch das Risiko ist, haben Setor Kunutsor von der Universität Bristol und Mitarbeiter in einer Meta­ana­lyse von 3 prospektiven Beobachtungsstudien untersucht, deren Teilnehmer nach ihrem Fernseh­konsum befragt worden waren.

Bei den 131.421 Teilnehmern im Alter von über 40 Jahren war es im Verlauf von 5,1 bis 19,8 Jahren (der durchschnittlichen Beobachtungszeit der 3 Studien) zu 964 venösen Thromboembolien gekommen, also entweder einer tiefen Venenthrombose oder einer Lungenembolie. Das Risiko stieg mit zunehmendem täglichem Fernsehkonsum an.

Nach der Analyse von Kunutsor erlitten Langzeitzuschauer mit einem Fernsehkonsum von täglich mehr als 4 Stunden zu 35 % häufiger eine venöse Thromboembolie verglichen mit Personen, die weniger als 2,5 Stunden am Tag fernsahen (relatives Risiko 1,35; 95-%-Konfidenzintervall 1,07-1,70).

Der Zusammenhang war unabhängig von Alter, Geschlecht, Body-Mass-Index und auch von körperlicher Aktivität. Laut Kunutsor sind auch schlanke und sportliche Menschen gefährdet. Er rät, bei längeren Fil­men zwischenzeitig auf Stop zu drücken und sich für 30 Minuten zu bewegen. Die modernen Streaming-Dienste machen dies im Gegensatz zum klassischen Fernsehen problemlos möglich. © rme/aerzteblatt.de

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