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Politik

Keine Nachverfolgung mehr: Berlin setzt Präsenzpflicht an Schulen aus

Montag, 24. Januar 2022

/picture alliance, Christoph Soeder

Berlin – Angesichts steigender Coronainfektionszahlen wegen der Omikron-Variante von SARS-CoV-2 wird die Präsenzpflicht an Berliner Schulen vorläufig ausgesetzt. Ab morgen können Eltern selbst ent­scheiden, ob ihr Kind die Schule besucht oder zu Hause an Aufgaben und Projekten arbeitet und lernt, wie Bildungssenatorin Astrid-Sabine Busse (SPD) heute mitteilte. Das gelte zunächst bis Ende Februar.

Der Präsenzunterricht bleibe die „Regelform“, hieß es in einer Mitteilung der Bildungsverwaltung ergän­zend. Schulen würden allen Schülerinnen und Schülern soweit möglich Lernangebote unterbreiten.

Mit der Entscheidung vollziehen die Bildungsverwaltung und der Senat einen Richtungswechsel. Zuletzt hatte die Regierende Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) immer betont, am Präsenzunterricht so lan­ge wie irgendmöglich festhalten zu wollen. Dies sei aus bildungspolitischen wie auch aus sozial­politi­schen Gründen wichtig.

„Wir stehen auf der Seite der Kinder, Jugendlichen und Familien in dieser Stadt. Daher halten wir an un­se­rem Hauptziel fest, die Schulen auch weiterhin geöffnet zu lassen, damit diese ihrem wichtigen Bil­dungs-, Erziehungs- und Betreuungsauftrag nachkommen können“, erklärte Senatorin Busse zu der neuen Entscheidung. Auf diese Weise würden auch Familien mit schulpflichtigen Kindern unterstützt.

„Aber natürlich nehmen wir auch die Sorgen und Ängste von Eltern sehr ernst“, so Busse weiter. Nach­dem die Amtsärzte angekündigt hätten, die Kontaktnachverfolgung für Schüler zu beenden und direkte Kon­takt­personen nicht mehr in Quarantäne zu schicken, halte sie die temporäre Aussetzung der Präsenz­pflicht für angemessen. So komme der Senat besorgten Eltern entgegen und sichere gleichzeitig die Be­schulung und Betreuung für diejenigen, die zur Schule gehen wollten.

Die Zahl der Coronainfektionen war zuletzt wie überall auch an Berliner Schulen gestiegen. Deshalb hatte es von Verbänden oder aus der Elternschaft auch Forderungen gegeben, die Präsenzpflicht auszu­setzen. In Brandenburg ist die Präsenzpflicht für Schüler zahlreicher Jahrgangsstufen bereits seit Ende November 2021 bis mindestens zu den Winterferien ausgesetzt.

In Berlin ist die Inzidenz in den Altersgruppen fünf bis neun (3.479,5) 10-14 (3.746,7) und 15 bis 18 (2.585,1) derzeit höher als in anderen Bevölkerungsgruppen. Berlinweit lag der Wert, der die Zahl der Infektionen je 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen darstellt, heute laut Lagebericht der Gesund­heitsverwaltung bei 1.464,5.

Experten gehen davon aus, dass eine Coronainfektion bei Schülern in der Regel nicht einen sta­tionären Aufenthalt im Krankenhaus und schwere Krankheitsverläufe nach sich zieht.

Nach den einwöchigen Winterferien sollen die Schüler an den Berliner Schulen außerdem zwei Wochen lang täglich getestet werden, also fünf mal die Woche. Bisher sind solche Coronatests dreimal die Woche üblich. Nach den Weihnachtsferien wurden schon einmal zeitweise fünf Tests pro Woche durchgeführt. © dpa/aerzteblatt.de

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