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Zehntausende demonstrieren für und gegen Coronamaßnahmen

Dienstag, 25. Januar 2022

Gegendemonstranten beobachten eine Demonstration gegen die Coronamaßnahmen. Auf dem Plakat steht: „Umleitung – Spaziergänger Bildungsweg benutzen!“. /picture alliance, Christian Charisius

Berlin – In verschiedenen Städten Deutschlands haben gestern Abend erneut mehrere Zehntausend Men­schen gegen eine allgemeine Impfpflicht und die Coronamaßnahmen demonstriert. Vielerorts hielten Gegendemonstranten mit eigenen Veranstaltungen oder Mahnwachen für die Toten der Pandemie dage­gen.

Teilweise unterband die Polizei verbotene Aufzüge mit starken Kräften. Immer wieder gab es auch Ver­stö­ße gegen die Maskenpflicht oder andere Auflagen. Größere Zwischenfälle oder Auseinandersetzungen wurden am Abend aber zunächst nicht bekannt.

Allein in Thüringen gingen etwa 22.000 Menschen auf die Straßen. Die größten Ansamm­lungen gab es in Gera mit rund 3.000 Teilnehmern, Hermsdorf mit rund 1.000 und Jena mit 800, wie die Polizei berich­tete.

In den vergangenen Wochen war es in Thüringen immer wieder zu unangemeldeten und teils gewaltsam ausufernden Protestzügen gegen die Coronamaßnahmen gekommen, oft aus dem rechtsextremen Spek­trum organisiert.

In Mecklenburg-Vorpommern protestierten nach Angaben der Polizei landesweit rund 10.000 Menschen in mehr als 25 Städten. Das war aber erneut weniger als in früheren Wochen, als es schon mal 15.000 gewesen waren. Die größten Aktionen wurden diesmal mit 2.000 Teilnehmern aus Schwerin und Neu­brandenburg mit etwa 1.700 Protestierenden gemeldet.

In Lübeck demonstrierten laut Polizei mehr als Tausend Gegner der Coronapolitik unter dem Motto „Wenn Unrecht zu Recht wird, wird Widerstand zur Pflicht“. An einer Gegendemonstration „Für Einhal­tung der Regeln und Anerkennung wissenschaftlicher Tatsachen“ beteiligten sich nach Angaben des veranstal­tenden Bündnisses von Kirchen, Gewerkschaften und gesellschaftlichen Gruppen etwa 700 Menschen.

Auch in Sachsen und Sachsen-Anhalt waren es landesweit jeweils mehrere Tausend. In Sachsen gilt eine Obergrenze von 1.000 Teilnehmern pro Versammlung, die nach ersten Erkenntnissen der Polizei vom Abend auch nicht überschritten wurde. In Bautzen beteiligten sich laut Polizei an mehreren Versamm­lungen in der Summe rund 2.000 Menschen, in Dresden „mehrere Hundert“, in Zwickau 950.

In Sachsen-Anhalt waren es bei der größten Demonstration in Halle laut Polizei knapp 2.400. Nachdem am Montag vergangener Woche Pressevertreter von vereinzelten Demo-Teilnehmern angegriffen worden waren, hatte die Polizei ihr Aufgebot deutlich aufgestockt.

Auch in verschiedenen Ruhrgebiets-Städten gingen Coronaprotestierer auf die Straße, es wurden aber keine Demonstrationen mit mehr als 1.000 Teilnehmern gemeldet. Aus Niedersachsen wurde etwa aus Braunschweig eine Demonstration mit 1.200 Beteiligten gemeldet.

In Baden-Württemberg, das zeitweise auch viele Coronaproteste erlebt hatte, wurden auch wieder Gegendemonstranten aktiv. Das war etwa in Karlsruhe der Fall und in Rottweil, wo 600 für Coronasoli­darität und gegen Verschwörungstheorien eintraten.

Vielerorts waren die Aktionen wie in vergangenen Wochen wieder als sogenannte Spaziergänge geplant, weil die Organisatoren ihre Treffen nicht als Veranstaltung bei den Behörden anmelden. Mehrere Städte haben solche unangemeldeten Proteste untersagt. In einigen Fällen kippten Gerichte derart pauschale Verfügungen aber, weil es mildere Mittel gäbe.

In Potsdam setzten starke Polizeikräfte das Verbot eines angeblichen „Lichterspaziergangs“ durch. Ähn­lich war es im brandenburgischen Bernau. In Rostock, wo es zuletzt teils gewaltsame Proteste gegeben hatte, wurde eine Versammlung von deren Leiter selbst aufgelöst.

Seit Wochen protestieren vor allem Gegner der Coronamaßnahmen regelmäßig. Laut Polizeischätzungen beteiligten sich Montag der Vorwoche fast 100.000 Menschen. Vermehrt bildet sich inzwischen aber auch Gegenprotest, um für mehr Solidarität zu werben. © dpa/aerzteblatt.de

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