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Behörde: Hersteller zieht fehlerhafte Coronatests zurück

Mittwoch, 26. Januar 2022

/picture alliance, Peter Kneffel

Hamburg – Der Hersteller der vor allem an Hamburger Schulen in die Kritik geratenen Coronaschnell­tests hat nach Angaben der Gesundheitsbehörde fehlerhafte Chargen zurückgerufen. Die Hansestadt sei über einen Rückruf des Herstellers informiert worden, teilte die Behörde gestern mit.

Restmengen der betroffenen Charge seien gesperrt worden. Als Grund für den Rückruf von zwei Chargen habe der Hersteller die Vielzahl an falsch-positiven Ergebnissen genannt. Der Senat prüft nun rechtliche Schritte gegen den Hersteller.

Von einer der beiden Chargen seien von Oktober 2021 an rund 4,1 Millionen Schnelltests nach Hamburg geliefert und etwa in Schulen und behördlichen Dienststellen auch verwendet worden. Vor allem an den Schulen kam es zu erheblichen Beschwerden von Eltern, Lehrkräften und Schülerinnen und Schülern. Viele Tests zeigten eine Coronainfektion an, obwohl tatsächlich gar keine Viren vorhanden waren.

Nach Angaben der Schulbehörde waren an einzelnen Schulen von 20 Coronameldungen 19 falsch-posi­tiv. Das hatte massive Folgen für die betroffenen Schülerinnen und Schüler sowie deren Familien: So mussten die Kinder abgeholt, isoliert und PCR-Tests gemacht werden. Erst nach einem negativen Tester­gebnis durften die Kinder zurück in die Schule.

Insgesamt hat Hamburg nach Angaben der Gesundheitsbehörde knapp 11,7 Millionen Tests des Herstel­lers beschafft, von denen rund vier Millionen in den Schulen eingesetzt wurden. Der Test sei unter ande­rem vom Paul-Ehrlich-Institut mit gut bewertet worden, begründete die Behörde die Wahl des Herstel­lers. Seit Januar setzt die Hansestadt auf Schnelltests der Firma Siemens.

„Die fehlerhaften Tests haben Kosten in Millionenhöhe verursacht und zahllose Schulgemeinschaften und Familien mit falschen Coronameldungen in Angst und Schrecken versetzt“, sagte Schulsenator Ties Rabe (SPD).

Es sei nicht nachvollziehbar, „dass der Hersteller nach diesen gewaltigen Problemen jetzt lediglich eine schnodderige E-Mail in alle Welt verschickt“. Er hätte eine Entschuldigung und eine faire Wiedergutma­chung erwartet. „Wir werden uns mit einer lapidaren E-Mail nicht zufrieden geben“, kündigte Rabe an. © dpa/aerzteblatt.de

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