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Medizin

Übergewichtige Jugendliche priorisiert gegen COVID-19 impfen?

Mittwoch, 26. Januar 2022

/DimmoP, stock.adobe.com

São Paulo – Adipositas ist als eigenständiger Risikofaktor bei Jugendlichen stärker mit einem schweren COVID-19-Verlauf assoziiert als bei älteren Menschen. Epidemiologische Auswertungen aus Brasilien deuten darauf hin, dass auch übergewichtige Jugendliche priorisiert gegen COVID-19 geimpft werden sollten.

Das Alter ist genauso wie Fettleibigkeit einer der Haupteinflussfaktoren für COVID-19-bedingte schwere Verläufe und Mortalität. Ob Fettleibigkeit unabhängig vom Alter ein eigener Risikofaktor darstellt und welche Altersgruppe besonders betroffen ist, untersuchten jetzt brasilianische Wissenschaftler mittels retrospektiver Analysen öffentlich zugänglicher Daten aus einem nationalen Influenza Register SIVEP-Gripe (Sistema de Informação Epidemiológica da Gripe) (The Lancet Regional Health - Americas, 2022; DOI: 10.1016/j.lana.2021.100167).

Die Forscher stellen die Hypothese auf, dass Übergewicht bei jungen Menschen wahrscheinlich mit einem höheren Risiko für schwere Verläufe als im Vergleich gleichaltrigen normalgewichtigen Jugend­lichen einher geht.

Zur Auswertung zog Erstautorin Michelle Discacciati von der Fakultät für pharmazeutische Wissenschaf­ten an der Universität in São Paulo (Brasilien) Daten von 313.898 hospitalisierten COVID-19-Patienten im Alter von 20 bis 89 Jahren heran, die einen BMI≥25 kg/m2, Herz-Kreislauf-Erkrankungen (CVD), Diabe­tes oder keine Risikofaktoren für schwere Verläufe aufwiesen.

Die Forscher entdeckten, dass Fettleibigkeit ein eigenständiger Risikofaktor für COVID-19-bedingte Sterb­lichkeit war und stärkere Effekte zeigte, als andere Risikofaktoren wie CVD und Diabetes. Fettleibig­keit, CVD und Diabetes erhöhten die Risiken für höhere Schweregrade und Tod durch COVID-19 bei jungen Erwachsenen stärker als bei älteren Menschen, heben die Studienautoren hervor.

Unter den hospitalisierten Patienten mit Adipositas stiegen die Risiken für intensivmedizinische Betreu­ung und Tod mit der Schwere der Fettleibigkeit. Fettleibigkeit allein aber auch in Verbindung mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes erhöhten die Risiken für schwere COVID-19-Verläufe bei jungen Erwachsenen.

Die Daten liefern wichtige epidemiologische Einblicke über die Auswirkungen von COVID-19 bei über­gewichtigen Jugendlichen, die bei zukünftigen Impfstrategien priorisiert berücksichtigt werden sollten, so das Fazit der Studienautoren.

Brasilien zählt zu den Ländern mit der höchsten COVID-19-Inzidenz, wo bis 21. November 2021 22.012.150 Infektionen und 612.587 Todesfälle verzeichnet wurden. In Brasilien belasten Adipositas, Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Diabetes das Gesundheitssystem am stärksten. Die Prävalenz von Fett­leibigkeit war schon vor der COVID-19-Pandemie relativ hoch und steig bei brasilianischen Erwachsenen ab 20 Jahren von 2003 bis 2019 von 12,2 % auf 26,8 %.

Prognosen gehen davon aus, dass sich in Brasilien die Prävalenz von Adipositas-bedingten Erkrankungen wie Schlaganfall, Bluthochdruck, koronarer Herzkrankheit, Osteoarthritis und Diabetes bis 2050 verdoppeln werden. © cw/aerzteblatt.de

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