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Medizin

COVID-19: Lungentrans­plantationen haben sich als Ultima Ratio bewährt

Donnerstag, 27. Januar 2022

/Aldeca Productions, stock.adobe.com

New York – Eine Lungentransplantation kann das Leben von Patienten retten, bei denen es im Rahmen einer COVID-19 zu einem akuten Atemversagen oder einer Lungenfibrose gekommen ist. Die Überlebens­rate ist nach einer Auswertung des UNOS-Registers im New England Journal of Medicine (2022; DOI: 10.1056/NEJMc2117024) nicht schlechter als bei Lungentransplantationen wegen anderer Erkrankungen.

In den USA haben zwischen August 2020 und September letzten Jahres 214 COVID-19-Patienten eine Lungentransplantation erhalten. Das entspricht einem Anteil von 7,0 % an allen 3.039 Lungentransplan­ta­tionen in diesem Zeitraum. Bei 140 Patienten wurde die Transplantation wegen eines akuten Atemver­sagens durchgeführt. Bei den übrigen 74 Patienten war es zu einer Lungenfibrose gekommen, die eine spontane Erholung der Lungen ausschließt. Bei 197 Patienten (92,1 %) wurden beide Lungenflügel trans­plantiert. 2 Patienten erhielten zusätzlich ein Herz, 6 auch eine Niere.

Aus den Meldungen an das „United Network for Organ Sharing" (UNOS), die Joanna Chikwe vom Smidt Heart Institute in New York und Mitarbeiter ausgewertet haben, war bei 2/3 der Patienten (64,5 %) vor der Lungentransplantation eine extrakorporale Membranoxygenierung (ECMO) durchgeführt worden. Diese Behandlung, bei der eine Maschine die Aufgaben der Lungen übernimmt, wird in der Hoffnung begonnen, dass sich die Lungen spontan erholen, was erfahrungsgemäß jedoch nur bei etwa jedem 2. Patienten der Fall ist. Für die anderen bleibt eine Lungentransplantation die einzige Überlebenschance.

Bei einem „Lung allocation score“ von durchschnittlich 87,5 (von maximal 100) Punkten mussten die Patienten im Mittel 10 Tage warten, bis ein Organ für sie zur Verfügung stand. Das Durchschnittsalter der Patienten war 52 Jahre und damit niedriger als bei den Patienten, die aus anderen Gründen eine neue Lunge erhalten hatten.

Die meisten Transplantationen verliefen erfolgreich. Während einer medianen Nachbeobachtungszeit von 1,9 Monaten kam es nur zu 9 postoperativen Todesfällen: 1 Patient starb an COVID-19, bei den anderen kam es zum Lungenversagen, zu Abstoßungskrisen oder zu Infektionen. Chikwe ermittelt eine 30-Tage-Mortalität von 2,2 %. Die 3-Monats-Überlebensrate liegt bei 95,6 % (95-%-Konfidenzintervall 90,1 bis 98,1 %). Das sind laut Chikwe vergleichbar gute Ergebnisse wie nach einer Lungentransplantation aus anderen Gründen.

Dies sei ein erstaunliches Ergebnis, da die meisten Patienten vor einigen Jahren noch als zu krank für eine Lungentransplantation eingestuft worden wären, meint Chikwe. Eine Lungentransplantation kommt bei COVID-19 erst infrage, wenn die Patienten die akute Infektion mit SARS-CoV-2 überstanden haben, sich aber abzeichnet, dass die Lungen sich nicht erholen werden. Die UNOS verlangt als Nachweis 2 negative bronchoalveoläre Lavagen. © rme/aerzteblatt.de

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