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Vermischtes

GKV-Arzneimittel­ausgaben auf mehr als 45 Milliarden Euro gestiegen

Freitag, 4. Februar 2022

/nmann77, stock.adobe.com

Berlin – Die Arzneimittelausgaben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) mit Zuzahlungen der Versicherten sind 2020 um 5,1 Prozent auf 45,579 Milliarden Euro (plus 2,216 Milliarden Euro) gegen­über dem Vorjahr angestiegen. Dies geht aus dem jüngst veröffentlichten Arzneiverordnungs-Report 2021 hervor.

Die Arzneimittelausgaben lagen damit bei 17,2 Prozent der Leistungsausgaben der GKV. Die Ausgaben für patentgeschützte Arzneimittel sind laut den Daten des Reports 2020 auf 24,16 Milliarden Euro gestiegen und erreichten einen Umsatzanteil am Gesamtmarkt von 45,2 Prozent.

Trotz des geringen Verordnungsvolumens haben Orphan-Arzneimittel 2020 ein Umsatzvolumen von 5,71 Milliarden Euro erreicht. Auch der Markt der Biosimilars ist 2020 erneut beträchtlich gewachsen, erkenn­bar am Umsatzvolumen von 2,1 Milliarden Euro im Jahre 2020.

Umgekehrt verhält es sich bei den Generika (ohne patentfreie generikafähige Erstanbieterpräparate): Obwohl ihr Verordnungsanteil nach Tagesdosen am gesamten Arzneimittelmarkt in 2020 auf nun 81,7 Prozent anwuchs, repräsentierten sie gerade noch 27,1 Prozent des Gesamtumsatzes.

Haupt-„Preistreiber“ bei den Patentarzneimitteln sei der überproportionale Kostenanstieg bei Onkologika (plus 12,4 Prozent) und Dermatika (plus 16,8 Prozent), so heißt es im Report. Laut der Analyse standen Onkologika mit deutlichem Abstand an der Spitze der umsatzstärksten Arzneimittelgruppen. Die Netto­kos­ten stiegen 2020 auf 9,457 Milliarden Euro.

Die aktuelle Entwicklung der 30 nach Nettokosten führenden Arzneimittel verdeutliche weitere Schwer­punkte der Ausgabendynamik des Arzneimittelmarktes. Die Kosten dieser Arzneimittel seien 2020 wiede­rum stärker angestiegen (plus 7,4 Prozent) als die Kosten des Gesamtmarkts (plus 5,1 Prozent). Damit hätten sie Mehrausgaben in Höhe von 795 Millionen Euro verursacht.

Im Jahr 2020 wurden somit 25 Prozent des gesamten Kostenanstiegs des GKV-Arzneimittelmarkts durch die 30 führenden Arzneimittel verursacht.

Die Analysen im Arzneiverordnungs-Report 2021 basieren auf den Verordnungsdaten des GKV-Arzneimit­tel­index für ambulante Patienten, der in der Trägerschaft des AOK-Bundesverbandes vom Wissenschaft­lichen Institut der AOK (WIdO) erstellt wird. Ein Beirat, in dem alle relevanten Institutionen im Gesund­heitswesen vertreten sind, begleitet den GKV-Arzneimittelindex.

Herausgegeben wird der Report von Wolf-Dieter Ludwig, Vorsitzender der Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), sowie den Pharmakologen Bernd Mühlbauer (Klinikum Bremen-Mitte und Universität Bremen) und Roland Seifert (Medizinische Hochschule Hannover). © aha/aerzteblatt.de

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