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Medizin

Studie: Höhere Rate an extremen Frühgeburten im Herbst

Freitag, 11. Februar 2022

/ondrooo, stock.adobe.com

Kopenhagen – Eine große Kohortenstudie aus Dänemark wirft die Frage auf, ob die Jahreszeit ein Risiko­faktor für extreme Frühgeburtlichkeit ist. Fast 3 % aller extremen Frühgeburten waren in der Untersu­chung mit der Jahreszeit assoziiert, in der die Frauen schwanger waren.

Am höchsten sei die Rate an extremen Frühgeburten im Herbst gewesen, am niedrigsten im Winter, wie in JAMA Network Open berichtet wird (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.45800).

Die Studie umfasst mehr als 1 Million Schwangerschaften in Dänemark von 1997 bis 2016. Als extreme Frühgeburten waren Kinder definiert, die nach 22 bis 27 Schwangerschaftswochen zur Welt kamen. Die mehr als 600.000 Schwangeren waren im Median 30 Jahre alt.

Dr. Anders Hviid vom Statens Serum Institut in Kopenhagen und seine Kollegen berichten, dass die ku­mu­lative Inzidenz extremer Frühgeburten 0,18 % betragen habe. Die Jahreszeit, in der die Frauen schwan­ger waren, war mit extremer Frühgeburtlichkeit assoziiert. Im Frühling betrug die kumulative Inzidenz 0,17 %, im Sommer 0,18 %, im Herbst 0,20 % und im Winter 0,16 %.

Entscheidend ist die Saisonalität der Schwangerschaft

Im Vergleich zum Winter war das adjustierte Risiko für extreme Frühgeburtlichkeit im Frühling um 11 %, im Sommer um 15 % und im Herbst um 25 % erhöht. Die Zahl an Frühgeburten, die mit dem erhöhten Risiko im Frühling, Sommer und Herbst assoziiert war, betrug 56,1 – das waren 2,8 % aller extremen Frühgeburten in der Studie.

Die Jahreszeit, in der eine Frau schwanger wurde, war im Allgemeinen nicht mit dem Risiko für extreme Frühgeburtlichkeit assoziiert. Nur im Herbst war das Risiko im Vergleich zum Winter leicht erhöht.

Vermeidbare Risikofaktoren könnten eine Rolle spielen

Die Autoren vermuten, dass es mit der Jahreszeit assoziierte, möglicherweise vermeidbare Risikofaktoren für extreme Frühgeburtlichkeit geben könnte, etwa Infektionserkrankungen oder bestimmte soziale Ver­haltensweisen. Auch während der Lockdowns in der COVID-19-Pandemie sei es in einigen Ländern zu einer Verringerungen schwerer Formen von Frühgeburtlichkeit gekommen.

In einem begleitenden Editorial schreibt David B. Nelson vom Department of Obstetrics and Gynecology am University of Texas Southwestern Medical Center in Dallas: „Dass extreme Frühgeburten im Winter seltener waren, könnte vergleichbare Reduktionen der Frühgeburtsraten während der COVID-19-Lock­downs erklären, etwa über eine veränderte Exposition gegenüber klimatischen Bedingungen oder verän­derte Hygienemaßnahmen.“

Vorbehalte und Folgerungen

Der US-Gynäkologe weist allerdings auch darauf hin, dass die untersuchte dänische Population sich in mehreren Punkt merklich von Populationen in anderen Regionen unterschieden habe. Die Frühgeburts­rate war niedriger, ebenso wie der Anteil an Raucherinnen und Frauen mit hohem BMI. Und Risikofak­toren für Frühgeburtlichkeit, allen voraus eine vorherige Frühgeburt, wurden nicht berücksichtigt.

„Trotz dieser Vorbehalte ist ein provokative Folgerung aus der Studie die potenzielle Assoziation der Früh­geburtlichkeit mit Hitze und klimatischer Exposition“, schreibt Nelson. Denn erst kürzlich sei ein Review über mehr als 32 Millionen Geburten veröffentlicht worden, der zeige, dass eine vermehrte Expo­sition gegenüber Umweltfaktoren wie Hitze, die durch den Klimawandel verstärkt werden, signifikant mit Schwangerschaftskomplikationen wie Frühgeburtlichkeit assoziiert ist. © nec/aerzteblatt.de

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