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Medizin

Kein erhöhtes Hirntumorrisiko durch Handynutzung bei Kindern

Montag, 7. Februar 2022

/Robert Kneschke, stock.adobe.com

Barcelona/München – Die Nutzung von Mobiltelefonen und sogenannten DECT-Telefonen erhöht das Risiko von Hirntumoren bei Kindern und Jugendlichen nicht.

Das legen die Ergebnisse der internationalen sogenannten MOBI-Kids-Studie nahe. In Deutschland war das Klinikum der Ludwigs-Maximilians-Universität (LMU) München daran beteiligt. Die Studie ist in der Fachzeitschrift Environment International erschienen (DOI: 10.1016/j.envint.2021.107069).

Elektromagnetische Strahlung von Smartphones stand lange im Verdacht, Gliome auszulösen oder ihr Wachstum zu begünstigen. Forschungseinrichtungen aus 14 Ländern haben für die MOBI-Kids-Studie unter Leitung des Zentrums für Global Health in Barcelona kooperiert, um die Zusammenhänge zu analy­sieren. Auch Wissenschaftler des Instituts und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am LMU Klinikum haben daran mitgearbeitet.

Insgesamt haben die Wissenschaftler zwischen 2010 und 2015 rund 2.800 junge Teilnehmer aus 8 euro­päischen Ländern – darunter Deutschland – sowie Israel, Australien, Kanada, Japan, Korea und Neusee­land in die Studie aufgenommen. Die Arbeitsgruppe verglich das Nutzungsverhalten von rund 800 Kin­dern und Jugendlichen, die im Alter zwischen 10 und 24 Jahren an einem Hirntumor erkrankt sind mit einer Kontrollgruppe.

Es handelt sich also um eine sogenannte Fall-Kontrollstudie. Die Forscher befragten für jeden Patienten (Fall) 2 gesunde Menschen (Kontrolle), die von Alter, Geschlecht und Wohnregion ähnliche Voraussetzun­gen hatten. Die Teilnehmenden und ihre Eltern wurden zu ihrer Handynutzung befragt. Um diese Einga­ben auf Verlässlichkeit zu überprüfen, installierten einige Probanden eine App, die ihre Handyaktivitäten dokumentierte. Zeitgleich analysierten die Forscher Zahlen von Mobilfunkanbietern, um die Aussagen der Teilnehmenden mit weiteren Daten belegen zu können.

„Durch die Anwendung umfangreicher Maßnahmen zur Qualitätssicherung und zur Validierung der Daten können wir mögliche Verzerrungen der Studienergebnisse zwar minimieren, komplett ausschließen können wir sie aber nicht“, berichtet Tobias Weinmann vom Institut und der Poliklinik für Arbeits-, Sozial- und Umweltmedizin am LMU Klinikum.

Eine Korrelation zwischen den elektromagnetischen Feldern mobiler Kommunikationsgeräte und Gliom­erkrankungen konnten die Forscher nicht feststellen. „Die Ergebnisse sind für die Forschung enorm wich­tig. Sie bestätigen die Ergebnisse ähnlicher Studien aus dem Erwachsenenbereich, die ebenfalls wenig Evidenz für einen Zusammenhang zwischen der Strahlung von Smartphones und der Entstehung von Gliomen im äußeren Gehirnareal finden“, so Weinmann.

Die Studie wurde durch die Europäische Union und nationale Geldgeber finanziert, in Deutschland durch das Bundesamt für Strahlenschutz.

Dessen Präsidentin, Inge Paulini, betonte: „Die neuen Ergebnisse tragen dazu bei, wissenschaftliche Rest­unsicherheiten auch mit Blick auf Kinder und Jugendliche zu verringern. Sie bestätigen, dass die im Mo­bil­funk geltenden Grenzwerte Erwachsene und Kinder schützen.“ © hil/aerzteblatt.de

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