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Medizin

Risikofaktoren sagen schweren COVID-19-Verlauf bei Kindern im Krankenhaus voraus

Mittwoch, 9. Februar 2022

/wavebreak3, stock.adobe.com

Aurora – Bereits am Tag der Aufnahme ins Krankenhaus lässt sich anhand leicht messbarer Risiko­faktoren vorhersagen, ob ein Kind mit COVID-19 eine schwere Erkrankung entwickeln wird.

Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie aus den USA, die in JAMA Network Open publiziert wurde (DOI: 10.1001/jamanetworkopen.2021.43151).

Die National COVID Cohort Collaborative (N3C) ist eine prospektive Kohortenstudie mit 167.262 Kindern und Jugendlichen, die bis September 2021 positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. Es handelte sich um etwa gleich viel Mädchen und Jungen, die zwischen 6 und 16 Jahren alt waren.

Insgesamt 10.245 Kinder (6,1 %) wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus aufgenommen. Von ihnen erfüllten 1423 (13,9 %) die Kriterien für eine schwere Erkrankung: Sie benötigten eine mechanische Be­at­mung (7,8 %), Unterstützung durch Vasopressoren beziehungsweise Inotropika (8,5 %) oder eine extra­korporale Membranoxygenierung (ECMO, 0,4 %); 1,3 % der Kinder verstarben.

Prädiktoren für den Verlauf der Erkrankung

Erstautor Blake Martin von der Section of Critical Care Medicine am Department of Pediatrics der Univer­sity of Colorado School of Medicine in Aurora und seine Kollegen berichten, dass sich aus den Daten der N3C-Studie verschiedene Risikofaktoren für eine schwerere Erkrankung ablesen ließen.

Darunter befanden sich männliches Geschlecht (OR 1,37), afroamerikanische Ethnizität (OR m1,25), Adi­positas (OR 1,19) und verschiedene Unterkategorien komplexer chronischer Erkrankungen.

Auch die Vitalzeichen und mehrere Laborwerte am Tag der Krankenhausaufnahme seien Prädiktoren für die maximale Erkrankungsschwere gewesen, schreiben sie weiter.

Jungen erkranken eher an MIS-C

Ein Multisystementzündungssyndrom bei Kindern (MIS-C) – versus einer akuten COVID-19-Erkrankung – entwickelten vorwiegend Jungen (OR 1,59), Kinder mit afroamerikanischer Ethnizität (OR 1,44), Kinder unter 12 Jahren (OR 1,81) und Kinder mit Adipositas (OR 1,76). Bei Kindern ohne komplexe chronische Erkrankung war das MIS-C-Risiko reduziert (OR 0,72).

Martin und seine Koautoren weisen darauf hin, dass Kindern mit MIS-C ein stärker inflammatorisches La­borprofil und einen schwereren klinischen Phänotyp aufgewiesen hätten als Kinder mit akuter COVID-19-Erkrankung. Kinder mit MIS-C wurden außerdem signifikant häufiger invasiv beatmet (16,5 vs. 6,2 %) und brauchten häufiger Unterstützung mit Vasopressoren oder Inotropika (27,0 vs. 5,2 %)

Weniger schwere Erkrankungen mit Delta

Ein Vergleich von Kindern, die vor oder nach Aufkommen der Delta-Variante erkrankten, ergab keine signifikante Veränderungen bei der Hospitalisierungsrate (6,2 vs. 6,0 %). Doch das Risiko einer schweren Erkrankung war in der Delt-Welle signifikant niedriger (10,3 vs. 14,6 %) – reduziert um den Faktor 0,67.

Die Autoren schlussfolgern, dass es zwischen den verschiedenen Schweregraden einer COVID-19-Erkran­kung bei Kindern und Jugendlichen relevante Unterschiede hinsichtlich demografischer Merkmale, Vorer­krankungen und initialer Vitalzeichen und Laborparameter gibt.

„In der Zusammenschau deuten die Ergebnisse darauf hin, dass es mittels leicht verfügbarer Daten vom Tag der Aufnahme möglich ist, Kinder mit einem hohen Risiko für einen schweren verlauf zu identifizie­ren.“ © nec/aerzteblatt.de

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