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Niederlande wollen Bedenkzeit vor Schwangerschafts­abbruch streichen

Donnerstag, 10. Februar 2022

/picture alliance, PRO SHOTS, Koen Laureij

Den Haag – Die Niederlande stehen vor einer Liberalisierung des Schwangerschaftsabbruchs. Die bisher gesetzlich vorgeschriebene Bedenkzeit von fünf Tagen für Frauen wird gestrichen. Eine große Mehrheit des Parlaments stimmte heute in Den Haag einem entsprechenden Gesetzentwurf zu.

Für die Gesetzesänderung stimmten 101 Abgeordnete, 38 waren dagegen. Das Gesetz muss noch von der Ersten Kammer des Parlaments angenommen werden. Ein Datum ist noch nicht bekannt.

Nach dem veränderten Gesetz entscheiden Arzt und Frau gemeinsam, wie lange die Bedenkzeit ist. Ein Abbruch kann aber auch bereits am selben Tag des Gesprächs mit dem Arzt stattfinden.

In den Niederlanden darf eine Schwangerschaft bis zur 24. Woche abgebrochen werden. Zu einem späte­ren Zeitpunkt ist das nur aus schwerwiegenden medizinischen Gründen erlaubt.

Die Koalition war in der Entscheidung gespalten. Während die Rechts- und Linksliberalen dafür stimm­ten, waren die beiden christlichen Koalitionsfraktionen dagegen. Sie befürchten, dass Frauen weniger gut über ihre Entscheidung nachdenken. Sie wollten auch die „Rechte des ungeborenen Lebens“ schützen.

Die Befürworter erklärten, dass die verpflichtete Bedenkzeit eine Bevormundung der Frau sei. Ärzte müssten auch nach wie vor ein Gespräch mit der Frau führen und feststellen, ob sie sich freiwillig und ohne Zwang für den Abbruch entschieden habe.

Einer der Initiatoren, der linksliberale Abgeordnete Jan Paternotte, sprach von einem historischen Be­schluss. Zum ersten Mal in 40 Jahren gebe es eine Änderung, die für mehr Selbstbestimmungsrecht für Frauen sorge. © dpa/aerzteblatt.de

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