NewsMedizinCOVID-19: Novavax-Impfstoff erzielt auch bei Jugendlichen hohe Schutzwirkung
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

COVID-19: Novavax-Impfstoff erzielt auch bei Jugendlichen hohe Schutzwirkung

Freitag, 11. Februar 2022

/diy13, stock.adobe.com

Gaithersburg/Maryland – Der Hersteller des ersten in Nordamerika und Europa zugelassenen proteinba­sierten Coronaimpfstoffs Nuvaxovid strebt eine Erweiterung auf Jugendliche an. Grundlage sind die Da­ten einer klinischen Studie, in der die zweimalige Impfung mit NVX-CoV2373 in der Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren eine Schutzwirkung von fast 80 % erzielte. Dies geht aus einer Pressemitteilung des Her­stellers hervor. Eine Publikation steht noch aus.

Der Hersteller Novavax aus Gaithersburg/Maryland hatte in der Studie PREVENT-19 ursprünglich nur Er­wachsene geimpft. Der mit einem Adjuvans verstärkte Impfstoff, der den Immunsystem das Spike-Protein direkt präsentiert (und nicht über den Umweg einer mRNA) hatte eine ausgezeichnete Schutzwirkung von 90,4 % (95-%-Konfidenzintervall 82,9 % bis 94,6 %) erzielt. Mittelschwere und schwere Erkrankun­gen waren komplett verhindert worden (Impfstoffwirksamkeit 100 %; 87,0 bis 100 %).

Da sich ein Bedarf für eine Impfung von Jugendlichen abzeichnete, wurden im Frühjahr 2021 an 73 Stand­orten in den USA 2.247 Jugendliche im Alter von 12 bis 17 Jahren im Verhältnis 2:1 auf eine Im­pfung mit NVX-CoV2373 oder Placebo randomisiert. Nach den Angaben bei der Registrierung erhielten die Jugendlichen dieselbe Dosis wie Erwachsene (5 µg Antigen plus 50 µg Matrix-M Adjuvans). Die beiden Injektionen erfolgten im Abstand von 21 Tagen.

Laut dem Hersteller wurde eine Impfstoffwirksamkeit von 79,5 % (46,8 % bis 92,1 %) gegen eine symp­tomatische Infektion erzielt. Die Wirksamkeit sei über alle Altersgruppen hinweg konsistent, heißt es. Alle Erkrankungen, die trotz der Impfung aufgetreten waren, seien milde verlaufen.

Die Wirksamkeitsendpunkte wurden vom 24. Mai bis zum 27. September 2021 ermittelt, als die Delta-Variante der vorherrschende Stamm in den USA war. Bei 11 von 20 an COVID-19 Erkrankten konnten die Viren sequenziert werden. Alle waren mit der Delta-Variante infiziert. Die Wirksamkeit des Impfstoffs gegen die Delta-Variante beträgt laut dem Hersteller 82,0 % (32,4 % bis 95,2 %).

Als die Omikron-Variante auftrat, war die Studie bereits abgeschlossen. Laboranalysen ergaben jedoch, dass die Impfung eine robuste IgG-Antwort gegen das Spike-Protein aller untersuchten ​​Varianten ein­schließlich Omikron erzeugt hatte, die 2 bis 3 mal stärker war als nach der Impfung von Erwachsenen. In einem funktionellen Test (hACE2-Rezeptor-Hemmung) war die Reaktion bei allen Varianten 2,4 bis 4 mal höher als bei Erwachsenen.

Sicherheitsprobleme sind bei den Jugendlichen nicht aufgetreten. Die lokalen und systemischen Neben­wirkungen waren nach der ersten und zweiten Dosis im Allgemeinen milder oder ähnlich wie bei Er­wachsenen, heißt es in der Pressemitteilung. Am häufigsten waren Empfindlichkeit/Schmerzen an der Injektionsstelle, Kopfschmerzen, Myalgie, Müdigkeit und Unwohlsein. Es gab laut Hersteller keine Unterschiede zwischen den jüngeren (12- bis 14-jährigen) und älteren (15- bis 18 jährigen) Jugendlichen.

Die Teilnehmerzahl war zu gering, um die Häufigkeit seltener Reaktionen wie einer Myokarditis beurteilen zu können, zu der es bei jüngeren Menschen nach einer Impfung mit mRNA-Impfstoffen kommen kann.

Der Hersteller kündigte an, noch im ersten Quartal die Erweiterung der Zulassung auf die Altersgruppe von 12 bis 17 Jahren zu beantragen. Im zweiten Quartal sollen Studien zur Wirksamkeit bei noch jüngeren Kindern beginnen. © rme/aerzteblatt.de

Themen:

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER