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Fast alle Krankenhäuser erfüllen Strukturmerkmale für besondere Leistungen

Dienstag, 15. Februar 2022

VILevi stock.adobe.com

Essen – Die Krankenhäuser in Deutschland halten in 92 Prozent der geprüften Fälle die sogenannten Strukturmerkmale ein, die Voraussetzung für die Abrechnung bestimmter Krankenhausleistungen sind. Das berichtet der Medizinische Dienst (MD) Bund.

Diese Strukturmerkmale umfassen technische, organisatorische und personelle Voraussetzungen, die ein Krankenhaus erfüllen muss, um eine bestimmte Leistung im Folgejahr mit den Krankenkassen abrechnen zu können.

Die Leistungsdefinition und die Strukturmerkmale veröffentlicht das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) jährlich im Katalog der Operationen und Prozeduren (OPS-Katalog).

Der OPS-Katalog 2021 enthält insgesamt 53 Leistungen und deren Strukturmerkmale, die durch den MD zu prüfen sind, wenn das Krankenhaus diese Leistungen erbringen und abrechnen möchte.

„Viele der jetzt geprüften Prozeduren sind medizinisch anspruchsvolle Komplexleistungen zur Versor­gung von besonders verletzlichen Personengruppen wie Kindern oder alten Menschen oder intensivme­di­zi­nische und palliative Leistungen für Schwer- und Schwerstkranke“, erläuterte Stefan Gronemeyer, Vorstandsvorsitzender des MD Bund.

Die Krankenhäuser hatten 2021 bundesweit mehr als 15.000 Anträge zur Begutachtung von Struktur­merk­­­­­malen gestellt. Etwa 14.300 Anträge und damit rund 95 Prozent der Anträge haben die MDs in der Zeit von Ende Mai 2021 bis zum 31. Januar 2022 geprüft.

Bei rund acht Prozent der Prüfungen konnte der MD die technischen, organisatorischen oder personellen Voraussetzungen für bestimmte Leistungen nicht bestätigen. In solchen Fällen kann das Krankenhaus nachbessern und eine Wiederholungsprüfung beantragen.

„Die ersten Ergebnisse der Prüfungen zeigen, dass es richtig ist, die Einhaltung der Strukturmerkmale zu prüfen. Diese Prüfungen leisten einen wichtigen Beitrag zur fairen Abrechnung von Krankenhausleistun­gen und unterstützen eine qualitativ hochwertige und sichere Versorgung der Patientinnen und Patien­ten“, betonte Gronemeyer.

Aus Sicht der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG) zeigen die Ergebnisse, dass der „permanente Vorwurf“ mangelnder Qualität nicht gerechtfertigt sei. Die Prüfungsergebnisse würden die Qualität der Kliniken in hochkomplexen Leistungen hinsichtlich Personal, Struktur und Organisation bestätigen. „Die Kliniken haben schon in dieser ersten Welle der Prüfungen eindrucksvoll die hohe Qualität unter Beweis gestellt. Es wäre also Anlass genug, dass auch der GKV-Spitzenverband die Leistungen der Krankenhäuser und ihrer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter würdigen würde“, betonte Gerald Gaß, Vorstandsvorsitzender der DKG.

Das Anfang 2020 in Kraft getretenen sogenannte MDK-Reformgesetz hat das bisherige System der Kran­kenhausrechnungsprüfungen umfassend reformiert. Krankenhäuser müssen die Einhaltung von Struktur­merkmalen jetzt durch den MD begutachten lassen, bevor sie bestimmte Leistungen abrechnen können. Diese Strukturprüfungen fanden 2021 erstmals für die Abrechnung von Leistungen im Jahr 2022 statt. © hil/aerzteblatt.de

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