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Medizin

Mavenclad: Vor Behandlungsbeginn Leberfunktion prüfen

Donnerstag, 24. Februar 2022

/picture alliance, Merck

Amsterdam – Unter der Behandlung mit dem Zytostatikum Cladribin, das seit 2017 auch zur Behandlung der schubförmigen remittierenden Multiplen Sklerose zugelassen ist, kann es offenbar zu teilweise schweren Leberschädigungen kommen. Die Arzneimittelbehörden raten, vor Behandlungsbeginn die Leberfunktion zu prüfen.

Cladribin wurde ursprünglich zur Behandlung der Haarzellleukämie entwickelt. Wegen seiner gezielten Wirkung auf Lymphozyten, in denen ein aktivierter Metabolit die DNA-Synthese hemmt, eignet sich Cladribin auch zur Behandlung der Multiplen Sklerose. Eine orale Impulstherapie über 2 Monate kann über 1 Jahr die Bildung neuer Läsionen im Gehirn vermindern.

In den klinischen Studien ist es laut der FDA-Fachinformation bei 0,3 % der behandelten Patienten zu schweren Leberschäden gekommen, die teilweise einen Abbruch der Behandlung erforderlich machten. Die US-Arzneimittelbehörde fordert deshalb, bereits vor Beginn der Behandlung Leberfunktionstests durchzuführen. Diese werden jetzt auch in Europa erforderlich werden.

Der Hersteller fordert die Ärzte in einem Rote-Hand-Brief auf, vor Beginn der Behandlung eine umfas­sende Patientenanamnese hinsichtlich vorbestehender Lebererkrankungen oder früherer Leberschädi­gungen mit anderen Arzneimitteln zu erheben. Vor Beginn der Einnahmephasen sollten die Serumami­no­transferase-, alkalische Phosphatase- und Gesamtbilirubinspiegel bestimmt werden, schreibt der Herstel­ler. Bei Bedarf sollten auch während der Behandlung Leberfunktionstests durchgeführt und gegebenen­falls wiederholt werden. Falls ein Patient eine Leberschädigung entwickelt, sollte die Ein­nahme von Mavenclad gegebenenfalls unterbrochen oder abgebrochen werden.

Die Empfehlung wird mit dem Auftreten von Leberschäden unter der Behandlung mit Mavenclad begrün­det. Darunter waren offenbar auch schwerwiegende Fälle und solche, die zum Therapieabbruch führten. Die Europäische Arzneimittel-Agentur EMA hält nach einer Überprüfung der verfügbaren Daten einen Zusammenhang mit der Behandlung für gegeben.

Bei den meisten Patienten seien nur leichte klinische Symptome aufgetreten, heißt es in der Mitteilung an die Ärzte. In seltenen Fällen sei jedoch eine vorübergehende Transaminasenerhöhung von über 1.000 Einheiten pro Liter und das Auftreten einer Gelbsucht beschrieben worden. Die Zeit bis zum Einsetzen der Symptomatik war laut dem Rote-Hand-Brief unterschiedlich, die meisten Fälle seien jedoch inner­halb von 8 Wochen nach der 1. Einnahmephase aufgetreten.

Auf welche Weise Cladribin die Leber schädigt, ist nicht bekannt. Einige Patienten hatten vorbestehende Lebererkrankungen, oder es wurden in der Vorgeschichte bereits Leberschäden unter Einnahme anderer Arzneimittel berichtet. Daten aus klinischen Studien ergaben keine Hinweise auf eine Dosisabhängigkeit. © rme/aerzteblatt.de

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