NewsMedizinSchlaganfall­patienten profitieren von mobilen Schlaganfall­stationen
Als E-Mail versenden...
Auf facebook teilen...
Twittern...
Drucken...

Medizin

Schlaganfall­patienten profitieren von mobilen Schlaganfall­stationen

Montag, 7. März 2022

/picture alliance, Jörg Carstensen

Paris – Bei der Versorgung von Schlaganfallpatienten ist die Zeit zwischen dem Ereignis und einer angemessenen Therapie bekanntlich besonders wichtig. Ein internationales Wissenschaftlerteam hat daher jetzt untersucht, ob mobilen Schlaganfallstationen (MSU) mit Computertomograf, Point-of-Care-Labor und neurologisch entsprechend geschultem Personal die Versorgung der Patienten verbessern.

Sie berichten über ihre Metaanalyse in der Fachzeitschrift JAMA Neurology (2022; DOI: 10.1001/jamaneurol.2021.5321).

Die Wissenschaftler bezogen Studien in die Analyse ein, die den Einsatz von MSU mit der üblichen Versorgung von Patienten mit Verdacht auf Schlaganfall verglichen.

Das primäre Ergebnis erfassten die Forscher mit der modifizierten Rankin-Skala (mRS), einer Maßzahl für das Ausmaß der Behinderung nach einem Schlaganfall.

Im Vergleich zur üblichen Behandlung war die Verwendung von MSU unter anderem mit einer kürzeren Zeit bis zur intravenösen Thrombolyse (IVT) und mit einer geringeren Behinderung verbunden. Die Ver­wen­dung von MSU war nicht mit einem erhöhten Risiko für die Gesamtmortalität nach sieben oder 90 Tagen oder mit einem höheren Anteil an symptomatischen intrakraniellen Blutungen nach IVT verbun­den.

Verglichen mit der üblichen Behandlung war die Verwendung von MSU mit einer etwa 65prozentigen Erhöhung der Wahrscheinlichkeit eines ausgezeichneten Ergebnisses und einer 30-minütigen Verkür­zung der Zeit vom Beginn bis zur IVT verbunden, ohne dass Sicherheitsbedenken bestanden.

Die Auswertung deckt sich mit Ergebnissen aus Berlin zu den fahrenden sogenannten Stroke-Einsatz-Mobilen (STEMOs). Auch hier konnten die Initiatoren belegen, dass sie die Versorgung verbessern (JAMA, 2021; DOI: 10.1001/jama.2020.26345).

In der STEMO-Gruppe erhielten mehr Patienten eine Lyse-Therapie (60 statt 48 %), diese Behandlung wurde zudem durchschnittlich 20 Minuten früher verabreicht. Rückte ein STEMO aus, verstarben rund 7 % der Patienten, bei konventioneller Rettungsdienstversorgung waren es rund 9 %.

Gleichzeitig berich­teten in der STEMO-Gruppe rund 51 % der Patienten, von ihrem Schlaganfall keine Alltagseinschrän­kungen davongetragen zu haben. In der Kontrollgruppe waren dies nur rund 42 %. Auch bei der Erhe­bung der Lebensqualität schnitt die STEMO-Gruppe signifikant besser ab. © hil/aerzteblatt.de

Liebe Leserinnen und Leser,

diesen Artikel können Sie mit dem kostenfreien „Mein-DÄ-Zugang“ lesen.

Sind Sie schon registriert, geben Sie einfach Ihre Zugangsdaten ein.

Oder registrieren Sie sich kostenfrei, um exklusiv diesen Beitrag aufzurufen.

Loggen Sie sich auf Mein DÄ ein

E-Mail

Passwort


Mit der Registrierung in „Mein-DÄ“ profitieren Sie von folgenden Vorteilen:

Newsletter
Kostenfreie Newsletter mit täglichen Nachrichten aus Medizin und Politik oder aus bestimmten Fachgebieten
cme
Nehmen Sie an der zertifizierten Fortbildung teil
Merkfunktion
Erstellen Sie Merklisten mit Nachrichten, Artikeln und Videos
Kommentarfunktion und Foren
Kommentieren Sie Nachrichten, Artikel und Videos, nehmen Sie an Diskussionen in den Foren teil
Job-Mail
Erhalten Sie zu Ihrer Ärztestellen-Suche passende Jobs per E-Mail.

Kommentare

Die Kommentarfunktion steht zur Zeit nicht zur Verfügung.
LNS
LNS LNS

Fachgebiet

Stellenangebote

    Weitere...

    Aktuelle Kommentare

    Archiv

    NEWSLETTER