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Medizin

Finanzieller Stress verzögert Erholung nach Herzinfarkt

Donnerstag, 24. Februar 2022

/peterschreiber.media, stock.adobe.com

Baltimore – Finanzielle Nöte und der damit verbundene Stress erhöhen das Sterberisiko nach einem Herzinfarkt. Das geht aus einer prospektiven Beobachtungsstudie hervor, deren Ergebnisse jetzt in JAMA Internal Medicine (2022; DOI: 10.1001/jamainternmed.2021.8569) veröffentlicht wurden.

Die Wirtschafts- und Finanzkrisen der letzten Jahre haben viele ältere US-Amerikaner in wirtschaftliche Nöte gebracht. Von den 2.851 Senioren im Alter von über 75 Jahren, die im Rahmen der „SILVER-AMI“-Studie im Anschluss an einen Herzinfarkt nachbeobachtet wurden, gab jeder 4. an, finanziell gerade so über die Runden zu kommen. Bei jedem 20. reichte das Geld nicht aus, um am Monatsende alle Rechnungen zu begleichen.

Die finanziellen Sorgen schlagen nicht nur auf die Psyche. Sie können auch dazu führen, dass einige Senioren ihre Rezepte nicht einlösen, berichtet Jason Falvey von der University of Maryland School of Medicine in Baltimore. Die staatliche Krankenversorgung Medicare verlangt bei vielen Medikamenten eine Eigenbeteiligung Eine vor 2 Jahren in Circulation (2019; DOI: 10.1161/CIRCULATIONAHA.119.041974) veröffentlichte Umfrage hatte ergeben, dass jeder 8. US-Amerikaner aus Geldmangel hin und wieder auf die Einnahme von Medikamenten verzichtet.

Beides, Stress und die verminderte Therapieadhärenz, können die Erholung nach einem Herzinfarkt erschweren und das Sterberisiko erhöhen. Die Folgen zeigten sich in der „SILVER-AMI“-Kohorte sehr deutlich. Von den Senioren ohne finanzielle Probleme starben 7,2 % in den ersten 180 Tagen nach dem Herzinfarkt. Bei den Senioren, die über leichte wirtschaftliche Engpässe berichtet hatten, betrug das Sterberisiko bereits 9,2 % und von den Senioren in der größten Notlage waren 16,8 % verstorben.

Nach Berücksichtigung von einigen demografischen Faktoren, Begleiterkrankungen und Altersfolgen (etwa einer Einschränkung der Mobilität) ermittelt Falvey für Senioren in großen wirtschaftlichen Nöten einen Anstieg des 180-Tage-Sterberisikos um 60 % (Hazard Ratio 1,60; 95-%-Konfidenzintervall 1,07-2,41) im Vergleich zu Senioren ohne finanzielle Sorgen. Moderate finanzielle Belastungen waren noch nicht mit einer erhöhten Sterblichkeit assoziiert (Hazard Ratio 1,04; 0,78-1,39). © rme/aerzteblatt.de

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